Pfarrei Befort

Das Werden und Wachsen des Dorfes Befort ist natürlich eng verbunden mit dem „Beforter Schloss“, ist aber auch ohne die Pfarrei, die Pfarrkirche und ihre Ursprünge nicht denkbar. Um diese Ursprünge aufzuhellen, müssen wir auf die Zeit der Christianisierung der Gegend zwischen den Flüssen der Schwarzen und der Weißen Ernz zurückgehen. im 7. Jahrhundert gelangten große Teile dieses Gebietes an die Trierer Abtei Oeren. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Abtei, die sich übrigens bis zur Französischen Revolution um die Seelsorge unserer Gegend kümmerte, schon im 7. Jahrhundert am Unterlauf der Schwarzen Ernz eine Kirche errichtete. Eine andere These besagt, dass zwischen 550 und 700 in Echternach eine Tauf- und Missionskirche entstand, aus deren Sprengel später die Ortschaften Bollendorf, Grundhof und Befort ausgegliedert worden sind und dass ein neuer Pfarrbezirk Befort-Consdorf-Bollendorf(-Berdorf) um eine gemeinsame Mutterkirche St. Michael in Grundhof gegründet worden ist. Allerdings gibt es für diese These kaum Anhaltspunkte. Wie dem auch sei: Ab dem Ende des 7. Jahrhunderts sind die Pfarrbezirke am Unterlauf der Schwarzen Ernz ausgebildet. Wann aber ist die Pfarrei Befort selbst entstanden? Die Anfänge der Kirche und der Pfarrei liegen im Dunkeln. Die Beforter Kirche geht wohl auf eine Gründung der Abtei Oeren zurück. Sie war jedoch kaum von Anfang an eine Pfarrkirche. Die Erhebung zur Pfarrei dürfte im 12./13. Jh. stattgefunden haben. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrei Befort datiert aus dem Jahr 1330 (Steuerliste der Taxa generalis subsidiorum cleri Trevirensis). Ebenfalls im 12/./13. Jh. dürfte die Kirche gebaut worden sein, die bis 1852 das Beforter Dorfbild prägte. Ursprünglich bestant diese Kirche nur eaus einem Langschiff, das später durch zwei Seitenkapellen, die eine Art Querschiff bildeten, erweitert wurde. Diese Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrmals durch Brände völlig zerstört und neu aufgebaut (1691, 1744). Aus dem Jahr 1733 stammen die beiden barocken Seitenaltäre aus Dillinger und Borner Sandstein, die sich bis heute in der Kirche befinden. Bis zur Französischen Revolution war die Beforter Pfarrseelsorge vom Kloster in Oeren abhängig. Wegen der Eidverweigerung des damaligen Pfarrers Simon kam es zum Beginn der Revolution zur Beschlagnahmung der Pfarrkirche, des Pfarrhauses und der Kirchengüter; das Glockengeläut konnte rechtzeitig versteckt werden. Das Konkordat vom 15.7.1801 zwischen Papst Pius VII. und Napoleon Bonaparte sollte eine Grundlage für ein neues christliches Leben bilden. 1802 wurde die Verbindung zum Kloster Oeren aufgehoben. 1803 kam es zu einer Neustrukturierung der Pfarrumschreibungen, zu einer wesentlichen Vergößerung der Pfarrei Befort, zu der Rückerstattung der nicht veräußerten Kirchengüter und zu der Angliederung der Filiale Dillingen (bisher zur Pfarrei Wallendorf gehörend) an Befort. Kapell KlaisgenIn der Mitte des 19. Jhs. war die Pfarrkirche wegen des Bevölkerungswachstums zu klein geworden und war zudem in einem derart desolaten Zustand, dass sie vom Bischof gesperrt wurde. Zu dieser Zeit diente die Kreuzkapelle genannt ’Klaisgen’ auf der Beforter Heide den Befortern als Zufluchtsstätte, wo sie Andachten hielten und beteten. 1853 wurde die Idee eines Kirchenneubaus von 1845 wieder aufgegriffen und die jetzige Kirche nach einigen Streitigkeiten gebaut. Die Pläne stammten vom Diekircher Architekten von König, der persönlich eher für eine Vergrößerung und Renovierung der alten Kirche eintrat. Die erste Messe in diesem neuen, neogotischen, 3-schiffigen Kirchenbau mit einem 43,20 m hohen Turm mit 4 Ecktürmen wurde am 8.12.1854 gefeiert. Aus der alten Kirche wurden übernommen die beiden Seitenaltäre von 1733, die zwei Glocken von 1707 sowie die barocken Holzstatuen von 1785, die auf den neu angeschafften hölzernen gotischen Hochaltar (1855) gestellt wurden. Eingeweiht wurde der Neubau am 29.9.1855 vom Dechant von Echternacher. Als Hauptpatron wurde der Hl. Erzengel Michael (29.9.) gewählt, als Nebenpatron der Hl. Antonius der Einsiedler. 1867 kam es zur Anschaffung zweier Beichtstühle. Erst am 5.6.1872 wurden die Kirche und der Altar konsekriert. 1876 wurde eine Kirchturmuhr angeschafft. Im gleichen Jahr wurden Sitzmöbel in Auftrag gegeben. Beim großen Dorfbrand vom 29.8.1886 bleibt die Kirche Gott sei Dank verschont. 1898 wurden die alten Glocken durch drei neue ersetzt. Kapell vun Dillingen1912 kam es zum Bau der heutigen Dillinger Kapelle. 1920 wurde der Beforter Kirchengesangverein und des Borromäusverein ins Leben gerufen, ein Harmonium wurde angeschafft und es wurde beschlossen, die architektonisch schlichte Kirche durch Nicolas Brücher aus Elvingen ausmalen zu lassen, der als Zentralgedanke für diese in der Ardennenoffensive größtenteils zerstörten Malereien „Christus, König der Welt“ wählte. 1921 wurden Chorfenster aus der Glasmalerei Gassen & Blaschke aus Düsseldorf sowie eine neue elektronishce Beleuchtung angeschafft, 1922 neues Mobiliar für den Chor. In der Ardennenoffensive am 16.12.1944 wurde die Beforter Kirche fast völlig zerstört. Lediglich die Mauern blieben stehen. Unter Pfarrer Wantz wurde die Kapelle von Dillingen, die ebenfalls beschädigt worden war, von 1945-1951 wiederaufgebaut, die Beforter Pfarrkirche von 1946-1951. Außerdem wurde ein neues Pfarrhaus gebaut. In dieser Zeit wurde auch die Pfeifenorgel von der Firma Sebald aus Trier gekauft, die bis heute in Betrieb ist. Vollendet wurde der Wiederaufbau 1960 durch die Anschaffung des neuen steinernen Hochaltars mit einer monumentalen Kreuzigungsgruppe von Bildhauer Emile Hulten aus Esch (gestiftet von Pfarrer Nicolas Even (+1961). Am 30.6.1960 wurde die Kirche von Bischof Leo Lommel konsekriert. Unter Pfarrer René Fisch (1986-1988) wurde schliesslich der jetzige Volksaltar angeschafft.

Literatur

Pierre EVEN: „Chronik der Pfarrei Befort“, in: Gemeinde Befort (Hg.): Beaufort im Wandel der Zeiten. Eine Dokumentation über Gewöhnliches und Außergewöhnliches, Ernstes und weniger Ernstes zur Geschichte einer Luxemburger Gemeinde und ihrer Einwohner, Bd. I, Luxembourg, Saint-Paul 1993, 253-342.

 
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