Mouvements
 
fr de

IRAN - Todesurteil angedroht

Appell des Monats - März 2017

Brief an Ayatollah Sadegh Larijani, Verantwortlicher der Justizgewalt

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 1,30 € frankieren

Schreiben vor dem 21 März 2017


Quellenangabe : Amnesty international


Ahmadreza Djalali, in Schweden wohnender iranischer Hochschulwissenschaftler mit dem Fachgebiet Katastrophenmedizin, befindet sich seit seiner Festnahme (25. April 2016) im Teheraner Gefängnis Evin in Haft, und ihm wurde ein Todesurteil angedroht.

Am 31. Januar wurde er, ohne dass sein Anwalt zugegen war, der 15. Kammer des Revolutionsgerichts von Teheran vorgeführt, und der Vorsitzende Richter erklärte ihm, er sei der „Spionage“ beschuldigt und ihm drohe die Todesstrafe. Der von ihm gewählte Anwalt erklärte gegenüber Amnesty International, die Behörden hätten noch nicht Anklage erhoben und noch kein Gerichtsverfahren geplant. Der Staatsanwalt hat Djalalis Anwalt mitgeteilt, dieser dürfe die Verteidigung in dieser Sache nicht übernehmen, und es abgelehnt, ihm die Unterlagen dieses Falles zu übermitteln.

Im Dezember 2016 übten die Behörden starken Druck auf Djalali aus, damit er eine Erklärung unterzeichnete, in der er „gestehen“ sollte, Spion einer feindlichen Regierung zu sein. Als er die Unterschrift verweigerte, erklärte man ihm, er werde der Gotteslästerung (moharebeh) beschuldigt, ein Tatbestand, der mit Todesstrafe geahndet werden kann. Als Zeichen des Protests begann er am 26. Dezember 2016 einen Hungerstreik, und seine Gesundheit hat seitdem stark gelitten.

Ahmadreza Djalali, 45‑jähriger Arzt, hält Vorträge und forscht auf dem Gebiet der Katastrophenmedizin. Er hatte Lehraufträge an belgischen, italienischen und schwedischen Hochschulen und befand sich auf einer beruflich bedingten Reise im Iran, weil er zur Teilnahme an Seminaren über Katastrophenmedizin an den Universitäten Teheran und Schiraz eingeladen worden war. Er wurde von Agenten des Informationsministeriums festgenommen, ohne dass diese einen Auftrag dazu hatten. Seine Familie erfuhr erst zehn Tage nach der Festnahme, als ihm ein kurzer Anruf erlaubt wurde, von seinem Aufenthaltsort. Eine Woche lang wurde er an einem unbekannten Ort in Haft gehalten und dann in die Abteilung 209 des Gefängnisses Evin verlegt, das dem Informationsministerium untersteht. Dort blieb er sieben Monate lang in Haft, davon drei Monate in Einzelhaft. Seiner Darstellung nach hat er in dieser Zeit intensive Verhöre durchgemacht, bei denen er unter erheblichem psychischem und emotionellem Druck zur Unterzeichnung von Erklärungen genötigt wurde. Amnesty International liegen keine Informationen über diese Erklärungen vor. Trotz mehrfacher Verhöre wurden erst sieben Monate nach der Festnahme, im Anschluss an die Verlegung in die Abteilung 7 des Gefängnisses Evin, Besuche seines Anwalts erlaubt.

Seit dem 26. Dezember 2016 befindet sich Djalali im Hungerstreik, um gegen seine Haft zu protestieren.

Letter - March 2017 - Iran
This letter is ready to send. Please add name, address and signature.

Übersetzung des Briefes :

Exzellenz,

aufgrund von Informationen, die ich von der ACAT-Luxemburg (Mitglied der internationalen ACAT-Föderation) erhalten habe, möchte ich meine große Besorgnis zum Ausdruck bringen über die Lage von Ahmadreza Djalali, eines in Schweden lebenden iranischen Staatsangehörigen.

Ich fordere seine Freilassung im Einklang mit internationalem Menschenrecht und den geltenden Normen, falls nicht wegen einer gemäß dem anzuwendenen Recht strafbaren Handlung Anklage gegen ihn erhoben wird, damit garantiert ist, dass er nicht inhaftiert wird, weil er friedlich von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hatte.

Ich appelliere an Sie, dafür zu sorgen, dass er einen Arzt bzw. qualifiziertes Gesundheitspersonal konsultieren kann, damit er nach den ethischen Grundsätzen der Medizin versorgt wird, insbesondere unter Berücksichtigung der Prinzipien der Vertraulichkeit, der individuellen Autonomie und Einwilligung nach erfolgter Aufklärung.

Ich fordere Sie auf, sicherzustellen, dass er bis zu seiner Freilassung vor Sanktionen wegen seines Hungerstreiks geschützt wird, vor allem lange Isolation, die eine Folterhandlung darstellen kann.

Ich ersuche Sie nachdrücklich, dafür zu sorgen, dass er regelmäßig Zugang zu dem Rechtsbeistand seiner Wahl und seiner Familie hat, einschließlich der Bereitstellung der Mittel, um mit seinen im Ausland lebenden Angehörigen zu kommunizieren, und ich ersuche Sie, ihm zu ermöglichen, mit der schwedischen Botschaft in Kontakt zu treten.

Hochachtungsvoll.

 
© Äerzbistum Lëtzebuerg . Archevêché de Luxembourg
verschidde Rechter reservéiert . certains droits réservés
4 rue Genistre, L-1623 Lëtzebuerg
Postkëscht 419, L-2014 Lëtzebuerg
+352 46 20 23
archeveche cathol.lu