Paroisses
 

BURMERANGE, Bürmeringen, Boermereng

Geschichtliches

Foto: © Marc Urhausen

• Région pastorale : Est
• Doyenné : Remich
• Paroisse “Dräilännereck Musel a Ganer Saint Nicolas”
• Commune : Schengen
• Titre : Sainte-Barbe, 4 décembre
• Jour d’adoration : 5 juillet (ou dimache subséquent)
• Fabrique d’église : CCPL : LU63 1111 0333 2554 0000
• Presbytère: 1, allée Jean Linster, L-5633 Mondorf-les-Bains, Tél. : 23 66 80 20

Geschichtliches aus dem Buch “Bürmeringen, Chronik einer Pfarrei”, von Norbert Etringer

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Burmerange im Jahr 842 unter dem Namen „Boinbringas" (Schengen a.s.b.l.)
Weitere Bezeichnungen sind: Burmerange, Burmeringa, Burmeringas, Burmeringen, Burmeringhen (wiltgen.roots.lu)

1570
Es ist nicht bekannt, wann das erste christliche Gotteshaus in Bürmeringen errichtet wurde. In der bei der Visitation im Jahr 1570 erwähnten Filialkirche (capella Burmlingen), die dem hl. Simeon geweih war und einen Altar hatte, hielt der Vikar von Gandern jede Woche eine hl. Messe, wofür die Einwohner jährlich 3 Malter Getreide zu liefern hatten.

1714
Nach den Visitationsberichten von 1714 und 1736 hatte die Abtei St. Martin in Trier das alleinige Patronatsrecht. Bezüglich des Zehntrechtes heisst es, dass den Zehnten in Bürmeringen und Elvingen die Abtei erhielt, den Zehnten in Gandern der Vikar. Die im Visitationsbericht von 1641 noch gennante Kapelle in Bürmeringen (damals mit dem Barbarapatrozinium) wird in den Berichten von 1714 und 1763 nicht mehr genannt, erscheint aber wieder bei der Visitation von 1755.

1787
Nach dem Kirchenverzeichniss von 1787 gehörten zu Gandern die Filialen Bürmeringen, ein Drittel der Mondorfer Filiale Elvingen und jedes dritte Jahr Emeringen, das dann wieder zwei Jahre von Püttlingen aus versehen wurde.


1791
Im Pfarrbezirk Gandern kam es Ende des 18. Jahrhunderts zu einer Gebietsänderung. Die nach Gandern eingepfarrten Einwohner von Elvingen schlossen sich 1791 der Pfarrei Mondorf an.

1802
Bei der Neugliederung der kirchlichen Organisationen in Napoleonischer Zeit ging die Pfarrei Gandern unter; der Ort kan als Annexe zur Sukkursale Beyren in der Kantonalpfarrei Cattenom, wärend Bürmeringen und die Anteile von Emeringen und Elvingen der neu gegründeten Pfarrei Elvingen in der Kantonalpfarrei Remich zugeteilt wurden. Dieser zusammenschluss war auf Betreiben von Nicolas Rodius, Bürgemeister in Elvingen, erfolgt.

1806
Die Bürmeringer waren jedoch mit diesem Zusammenschluss nicht einverstanden. Sie richteten am 30. Juli 1806 eine Bittschrift an Provikar de Neunheuser. In derselben Angelegenheit wurde auch am 23. Februar 1807 eine Bittschrift an Mgr. G.J.A. Jos. Jauffret, Bischof von Metz, gerichtet.

1826
Schon unter Pfarrer Chevalier (1813-1829) war sowohl auf die Reparatur der Kapelle, die sich in einem erbärmlichen Zustand befand, als auch auf diejenige des kaum bewohnbaren Pfarrhauses gedrängt worden. 1826 schrieb der Gemeinderat die Summe von 800 Florins zu diesem Zweck ins Budget. Herr Architekt Schaar, “ancien ingénieur du Waterstaat”, in Grevenmacher wurde neauftragt, die Pläne auszuarbeiten. Diese wurden jedoch von der Regierung verworfen. Man beschloss daraufhin, die alte Kapelle abzubrechen.

1830
Bürmeringen figuriert im Direktorium von Namür als bischöfliche Pfarrei, die 1873 zu einer staatlichen erhoben wurde.


1835
Am 22. September 1835 wurde der Unternehmer Jacques Wolf aus Remich mit dem Bau der neuen Kirche betraut. Sein Bürge war der Schreinermeister Mathias Loth aus Remich. Zum Aufseher ernannte die Gemeindeverwaltung den Landwirt Jacques Weis, der auch Mitglied des Gemeinderates war.

Als die Kirche im Rohbau vollendet war, stellte Mauermeister Wolf fest, dass sie über drei Meter länger und ein Meter breiter war, wie vorgesehen. Denn der Dachstuhl, der nach den offiziellen, kleineren Plänen angefertigt war, passte nicht. In einem Briefe and den Architekten beschuldigte er den vorgenannten Weis, ihm diesen Streich gespielt zu haben. Der Architekt kam und traf die Feststellung, dass der Unternehmer richtig gemessen hatte. Die Kirche hatte tatsächlich grössere Ausmasse als diejenigen des ursprünglichen Planes.

1836
Die Kirche wurde 1836 vollendet. Sie hatte keine Sakristei und keinen steinernen Turm, sondern nur einen solchen aus Holz, der sich über dem Portal in Dachhöhe auf das Mauerwerk stützte. In demselben Jahr befasste man sich auch mit der gründlichen Reparatur des Pfarrhauses.


1857
Die Arbeiten wurden laut Inschrift über der Eingangstür des 1962 abgetragenen Pfarrhauses im Jahr 1857 ausgeführt.

1863
Pfarrer Hubert Gaul schaffte einen neuen gotischen Hauptaltar an. Am 22. Februar 1864 kam Bischof Adames nach Bürmeringen um obigen Altar zu privilegieren und zwar auf 7 Jahre.

1867
In diesem Jahr wurde die Kirche restauriert. “Das Chor hatte zwei Stiegen”, so vermerkte Pfarrer Antoine Seyler in der Pfarrchronik, “und dadurch musste der neue Altar als er in den vorigen Jahren aufgerichtet ward, abgeschnitten werden, weil einer das Mass nicht gut genommen hatte Ebsenso war die Aufrichtung des Altar verfehlt. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, fanden wir es gut, nur eine Stiege hoch das Chor zu machen und den Altar etwas mehr herauszurücken. Dadurch gewann der Altar an Schönheit. Die beiden Seitenaltäre sind dann soviel als möglich dem Hochaltar angepasst worden. Ferner haben wir auch zu gleicher Zeit den Mosaik gelegt.”

1873
Pfarrer Seyler schaffte eine zweite, grössere Glocke an. Die in Weiswampach gekaufte Glocke traf am Charsamstag (12. April 1873) in Bürmeringen ein. Sie ward noch am selben Tag montiert und am “Ostersonntag zur Freude und Vergnügung am erstenmal bei der Auferstehung Christi (Kreuzaufhebung) geläutet”.

1874
Im Jahre 1874 wurde der Kirchturm gebaut und die “Kirche am ein Fenster vergrössert” (um 5 Meter verlängert). In demselben Jahr wurde, vor dem Fest der hl. Barbara, im Kirchturm eine Uhr eingebaut. Lieferant war Herr Straus aus Bettborn.

1877
Drei Jahre später (1877) liess Pfarrer Seyler am Feste des hl. Mathias die Statue der hl. Barbara in die Nische des Kirchturms aufstellen. Diese Statue der Kirchenpatronin hatte der Trierer Bildhauer Carl Walter zum Preise von 104 Mark geliefert.


1893
Am 10. April 1893 erfolgte die feierliche Einsegnung des neuen, d.h. vergrösserten Kirchhofs durch Hw. Pierre-Nicolas Wittenauer, Dechant in Remich, in Gegenwart zahlreicher Geistlichen. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Seelenamt für alle Abgestorbenen der Pfarrei zelebriert. Pfarrer Seyler starb am 15. Juli desselben Jahres. Er war der erste, welcher auf dem neu angelegten Teil des Kirchhofes beigesetzt wurde.

1902
Pfarrer Flamang beging sein 25jähriges Priesterjubiläum. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Bild des verdienstvollen Seelsorgers herausgegeben sowie eine Ansicht des Innern der Pfarrkirche. In demselben Jahr wurden 20 Kirchen- und 10 Empore-Bänke sowie 2 Chorstühle beiden Kunstschreinern Johann-Peter Decker resp. Bernard Schuler (beide aus Bad-Mondorf) bestellt.

1911
Mit der Anschaffung einer neuen Kanzel im Jahre 1911 durch Pfarrer Nicolas Michels wurde das Kirchenmobilar weiter verbessert. In demselben Jahr wurden die beiden Nebenaltäre umgebaut und reicher verziert.

1926
In diesem Jahr führte Kirchenmaler Nicolas Brücher aus Elvingen (+ am 2. Juli 1957 im Alter von 83 Jahren) die Malereien im Chor der Kirche aus. Links vom Hauptaltar ist die Emmausszene, rechts das Opfer Melchisedechs dargestellt. Am Triumpfbogen sind zwei Begebenheiten aus dem Leben der hl. Barbara (die Taufe und der Martertod der Kirchenpatronin) ausgeführt. Die Dekoration des Schiffes nahm Herr Faber-Sibenaler aus Mondorf vor.

1943
Am 20. April 1943 wurden die Glocken der Pfarrjirche von Bürmeringen auf Rechnung der Gemeinde durch Herrn Hubert Hoffmann aus Berchem “umgehängt”. Der Glockenstuhl ist aus Eisen - so vermerkt Pfarrer Heinen - und vorgesehen für spätere Elektrifizierung des Geläutes. Die beide Glocken wurden um 90 Grad gedreht, bekommen so ihren helleren, volleren Klang wieder.


1944
Die Elektrifizierung der Glocken wurde im Juli 1944 aud Kosten der Kirchenfabrik zum Preise von 1693 RM durchgeführt. Die Bürmeringer Kirche war neben Mondorf die einzige in der Dreiländerecke, die diese Einrichtung besass.

1956
Der Friedhof wurde neu angelegt.

1957
Im Herbst 1957 begannen die Rebovierungsarbeiten and der Fassade (die bis zur Kirmes fertiggestellt waren) sowie am Turm der Kirche (die sich jedoch bis März 1958 hinzogen). Unternehmer waren die Herren Emile Celina aus Schengen (Mauerarbeiten) und Léon Kaffmann aus Mondorf (Dachdeckerarbeiten).

1962
Ein schmukkes Pfarrhaus wurde erbaut.


1964
Ein memorables Datum in der Geschichte des Kirchensprengels stellt der 11. Juni 1964 dar, an welchem Tage durch den Hw. Herrn Bischof, Mgr. Léon Lommel, assistiert von Generalvikar Mgr. Jean Hengen und Dechant Ernest Meyers, die Weihe des neugestalteten Gotteshauses vorgenommen wurde. Die Konsekration der Kirche war mit der Spendung der hl. Firmung verbunden. Das Jahr 1964 brachte der Pfarrkirche aber auch einen neuen, gediegenen Kreuzweg, der von dem bekannten Bildhauer Emile Hulten hergestellt wurde. Die in Form und Ton modern gehaltenen Stationen (Lindenholz) sind Meisterwerke in ihrer Art und passen sich dem Ganzen harmonisch an.

Quelle: “Bürmeringen, Chronik einer Pfarrei”, von Norbert Etringer


Weitere Links:
- Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e.V. Darstellung und Beschreibung der Kirchenfenster.

 
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