Pfarrei Consdorf

Consdorf

Prähistorische und römische Funde bezeugen, dass Consdorf in einem sehr alten Siedlungsgebiet liegt. Urkundlich wird Consdorf im Jahre 816 als Cunolphi Villa, 953 als Conolfi Villa erwähnt. Die Ortschaft gehörte zum ältesten Besitz der Trierer Frauenabtei Oeren und blieb bis zur Französischen Revolution Zentrum der Oerener Grundherrschaft in dieser Gegend. Den Anfang der Pfarrei Consdorf situieren verschiedene Historiker um das Jahr 700. Weil alle Dokumente verloren gegangen sind, wird die Pfarrkirche als solche erst 1229 urkundlich erwähnt. Die Frauenabtei des Klosters von Oeren wird am 6.12.1229 mit der Ernennung eines Vicarius perpetuus beauftragt. Im Jahre 1570 wird die 2. Äbtissin von Oeren, die hl. Irmina, als Stiftungsheilige der Consdorfer Pfarrkirche erwähnt. Als Schutzpatron des Gotteshauses folgt dann im Jahre 1624 der Apostel Bartholomäus. Die große Pfarrei Consdorf mit den Filialen Berdorf und Grundhof zählte um 1570 genau 530 Einwohner, deren Zahl durch den Dreißigjährigen Krieg und infolge der Pest im Jahre 1636 noch wesentlich schrumpfte. 1764 wurde die inzwischen baufällig gewordene Kirche abgetragen und bis zum Jahre 1771 neu erbaut, und zwar in einer Größenordnung von 10 m Breite und 16 m Länge. Außerdem soll um diese Zeit auch der Kirchturm erhöht worden sein. In den darauf folgenden Jahren stieg die Einwohnerzahl um das Jahr 1787 auf 1186 Seelen an. Wohl ging mit der Ablösung von Berdorf im Jahre 1803 – Berdorf wurde, im Zusammenhang der Neuregelung der kirchlichen Verhältnisse unter napoleonischer Anordnung, nun eigenständige Pfarrei – die Einwohnerzahl zurück, um dann aber gegen Mitte des 18. Jahrhunderts erneut bereits um die Zahl 1800 anzuwachsen.Die eigentliche Vergrößerung der Pfarrkirche in Consdorf beschloss der damalige Gemeinderat am 10.12.1858. Das neue Gotteshaus, mit einer Empore und einer Sakristei, sollte einen Raum von insgesamt 285.30 Quadratmetern ergeben und somit Platz schaffen für 1382 Personen. Zur weiteren Entlastung diente die 1890 in Scheidgen erbaute Matthiaskirche, die zur Notwendigkeit geworden war. Im Jahre 1890 zählte diese aufstrebende Ortschaft 288 Einwohner, während Breidweiler 141, Colbette 84, Consdorf 1076. Das machte einen Total von 1589. Um die Verschönerung der Innenausstattung unseres Gotteshauses bemühte sich Pfarrer Theo Bertrang im Jahre 1910, indem er unter Aufsicht des damaligen Distriktsarchitekten Knepper aus Diekirch den Hauptaltar erstellen ließ. Den derzeitigen Triumphbogen erbaute im Jahre 1917 der Maurer Langini aus Bollendorf. Anregung hierzulieferte der damalige Pfarrer J.B. Jentgen. Des Weiteren bleiben zu erwähnen: die Anschaffung einer elektronischen Orgel nach dem letzten Weltkrieg (auf Anregung von Pfarrer J.P. Apel); die Installation einer Bodenheizung und die Umgestaltung der Kommunionbank in einen Volksaltar nach der Liturgiereform (unter Pfarrer Adolphe Ernzer in den Jahren 1966 und 1968). Ob nun die Erstellung dieses mächtigen Gebäudes, das in drei verschiedenen Zeitabständen erbaut wurde, Schuld an den inzwischen sichtbar gewordenen Rissen an Außenmauern und Gewölbe war, oder die etlichen Granateinschläge im letzten Weltkrieg diese Baufälligkeit beschleunigten, für den Gemeinderat stand in den 1970er Jahren eine ernst zu nehmende Überprüfung der Sachlage fest. Mit Hilfe der beiden Diplomingenieure Albert Bauler und Hubert Müller aus Luxemburg wurden im Anfangsstadium die Risse mit Gips und Papierstreifen überklebt, um bei regelmäßiger Kontrolle deren Bewegungen feststellen zu können. Das Ergebnis, gemäß schriftlicher Begutachtung im Oktober 1974, lautete: „immanente Einsturzgefahr des Gewölbes und die sofortige Schließung der Kirche für die Öffentlichkeit“. Eine Notlösung für das Abhalten des Gottesdienstes ergab sich in dem Festsaal der Primärschule. Nicht so einfach ging es voran beim Rätselraten um den Fortbestand der Kirche selbst. Ortsbesichtigungen, Lagebesprechungen mit dem Gemeinderat, der Überwachungskommission für religiöse Gebäude und der kompetenten Oberbehörde folgten am laufenden Bande. Kostenvoranschläge für Reparatur und Neubau wurden eingeholt, miteinander verglichen und gemeinsam diskutiert. Obwohl der Kostenunterschied für Renovierung oder Neubau relativ klein war, dürften doch in etwa das Gutachten der Kirchenkommission vom 17.3.75 für einen Neubau, sowie der Regierungsentschluß, keinen Zuschuss für eine Renovierung, wohl aber Frühgotisches Doppelfenster (Turm)eine 40%ige Kapitalbeihilfe für einen Neubau zu gewähren, damals ausschlaggebend gewesen sein. In öffentlicher Abstimmung wurde daraufhin am 5.6.75 mit sieben Stimmen und einer Enthaltung die Erbauung einer neuen Kirche am selben Platz beschlossen und die zuständige Oberbehörde um deren Stellungnahme gebeten. In einem Schreiben vom 6.10.75 wünschte das Innenministerium die Stellungnahme der Gemeindeverwaltung über die Erhaltung des alten Kirchturms zum geplanten Neubau zu erfahren. Diese oberbehördliche Meinungsänderung, zusätzlich deren Bereitschaft, gleichfalls die Renovierung zu subsidiieren, veranlasste den Gemeinderat in öffentlicher Gemeinderatssitzung vom 5.2.76, den einstimmigen Beschluss zu fassen, statt eines Neubaus die Restauration sofort in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig wurden der Abbruch der Umfassungsmauer im Interesse der öffentlichen Sicherheit und das Schaffen einer Grünanlage zur Verschönerung der Dorfzentrums in Vorschlag gebracht. Am 15. Juni 1976 wurde mit dem Entfernen des Verputzes begonnen. Dies führte zur Wiederentdeckung einer der schönsten romanischen Türme des Landes. Das gotische Fenster, wo einen Augenblick ins Auge gefasst worden war, es zu durch eine Kopie zu ersetzen, konnte erhalten bleiben. Es zeigte sich, daß es, ähnlich wie in den Seitenschiffen der Echternacher Basilika, aus der Zeit um 1225 herum stammte, aber erst nachträglich eingesetzt worden war, denn die oberen romanischen Fensterluken konnten in das 11. Jahrhundert datiert werden, die darunter liegenden, schon etwa burgundisch-romanisch, in das 12. Jahrhundert. Damit war die These, Nunkirchen bei Grundhof sei die Urpfarre gewesen, in Frage gestellt. Gemäß den verschiedenen Bauperioden verjüngt sich der Turm leicht nach oben. Im Stil der im 18. Jahrhundert angebauten Kirche wurde der oberste Teil zur Zeit ihres Baues aufgesetzt. Alle Fenster konnten erhalten bleiben, wenn auch teilweise leichte Restaurierungen durchgeführt werden mussten. Da glücklicherweise von einem erneuten Verputz des Turms abgesehen wurde, kann auch der Laie die einzelnen Baustufen genau verfolgen. Um den Steinen trotzdem ihre Haltbarkeit zu sichern, wurden sie sorgfältig gesäubert und dann mit Fixativ behandelt. Diese Arbeit war am 17. Juli 1977 abgeschlossen. Um Allerheiligen 1978 waren auch die Innenrestaurierungen abgeschlossen, so daß die Messfeiern wieder wie gewohnt in der Pfarrkirche abgehalten werden konnten. Am 16. Dezember 1979 wurde schließlich mit dem Bischof von Luxemburg Mgr. Jean Hengen der Tag der Einweihung gefeiert.

Scheidgen

Im Gegensatz zu Consdorf, wo schriftliche Quellen bereits aus dem 11. Jahrhundert vorliegen, ist Scheidgen erst viel später entstanden. Zwar wird der Name schon im 16. Jh. erwähnt, jedoch handelt es sich hier wohl kaum um eine Ortsbezeichnung. Was bedeutet nun „Scheidgen„? Nic. van Werweke deutet den Namen sowohl als Wald als auch als „Grenzscheide“. Anscheinend war der Wald ‘Scheidgen’ zerstört worden, hauptsächlich um Pottasche zu gewinnen aus dem Verbrennungsprozeß. 1809 bestand Scheidgen aus 4 Baracken und 6 baufälligen steinernen Häusern, dessen Bewohner im Wald arbeiteten. Erst im Jahr 1766 finden wir im Heiratsregister der Pfarrei Consdorf einen ersten Eintrag des Ortsnamen Scheidgen. Auch in den darauffolgenden Jahren wird der Name ‘Scheidgen’ als Ortsname nur selten erwähnt. Nach den Unruhen der Französischen Revolution nahm die Einwohnerzahl jedoch rasch zu. Eine Volkszählung von 1843 berichtet von 43 Familiennamen. Heute gibt es in Scheidgen über 120 Häuser und etwa 400 Einwohner. Die Kirche in Scheidgen wurde, auf Initiative des gebürtigen Priesters Matthias Reuter (21.12.1844 - 19.8.1924), in den Jahren 1880 bis 1890 von den Gebrüdern Bauler von Consdorf erbaut. Sie ist dem Hl. Matthias geweiht, dessen Namenstag wir am 24. Februar feiern. Das machen wir auf eine sehr eindrucksvolle Art und Weise durch eine Skulptur, eine Statue des Hl. Matthias, welche über dem Eingang der Kirche thront. Diese Statue wurde am 24. Februar 1991 unter Präsenz von Dechanten Theophile Walin von Echternach und Pfarrer Carlo Morbach von Consdorf eingeweiht. Zur selben Gelegenheit wurde auch eine neue elektronische Orgel der Marke Ahlborn DS 26 eingeweiht und eingespielt von Jean-Marie Kieffer, Titularorganist an der Klais-Orgel in der Willibrordusbasilika in Echternach.

Breidweiler

1570 wird in Breidweiler eine Kapelle erwähnt, in der alle 14 Tage Gottesdienst abgehalten wurde. Die Kapellestand auf dem heutigen Friedhof. Als sie dann 1881 abgetragen wurde, stieß man auf ein römisches Mauerwerk und etwa 8 Skulptursteine. Drei davon wurden im Altaruntersatz der neuen Kirche eingemauert, der vierte (ein Jünglingsprofil) wurde im Eingang der ‘Ölmühle’ in Christnach eingebaut. Man geht davon aus, dass die Bildsteine aus der ausgehenden Römerzeit stammen. Die alte Kapelle war bis 1772 mit Stroh gedeckt. Der bischöfliche Visitator drohte 1772 mit dem Interdikt, falls sie nicht binnen 3 Monaten ein Schieferdach bekäme. Die neue Kirche wurde 1881 gebaut. Schutzpatron ist der Hl. Hubertus. Die Mensa des Hochaltars wurde aus den römischen Bruchstücken zusammengesetzt. Wir finden in der Kirche einen Tabernakel mit großen Rokokoveluten, darüber sollte eigentlich die Hubertusgruppe mit der Volutenkrönung stehen (welche verschwunden sind).

Colbette

Daneben steht noch eine Kapelle in Colbette (Schutzpatronin: Hl. Margaretha, 20. Juli). Der Schlußstein über der Eingangstür zeigt, dass die Kapelle 1720 erbaut worden ist. Sie war damals Privatbesitz. Im Visitationsbericht von 1738 heißt es: „Die Kapelle wird von zwei Familien unterhalten. Sie hat eine Stiftung, eine Glocke und einen Tragaltar.“ Über dem Eingang sehen wir eine gut erhaltene frühbarocke Madonna aus Stein. Einfacher Barockaltar mit Holzstatuen.

Maison de retraite Saint-Joseph

In Consdorf gibt es seit 1919 ein von den Tertiarkarmelitinnen, den sog. „Zitha-Schwestern“, geführtes Altenheim, das 1999 von der Pflegeversicherung als Pflegeeinrichtung anerkannt worden ist. In der Kapelle des Altenheims werden regelmässig Gottesdienste gefeiert. Seit dem Tod ihres langjährigen Seelsorgers Alphonse Wolzfeld werden die seelsorglichen Dienste vom Pastoralteam des Pfarrverbands Consdorfs wahrgenommen. Internetseite der Zitha-Schwestern: www.zitha.lu

 
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