Pfarrei Hemstal

Hemstal

„Die Pfarrei St. Brictius Hemstal, Gemeinde Bech, ist dem Namen nach schon vor 830 erwähnt. Der Name geht zurück auf die Sippe des Hemmning, die sich bei der fränkischen Landnahme dort niederließ.“ [1]

Im Jahr 894 findet der Ort unter dem Begriff Hemmeingestal Erwähnung, 953 dann vallis Hemmingi und 1393 schließlich Hemstal. In der Taxa generalis (um 1330) aus der Zeit des Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1307-1354) wird Hemstal im Landkaitel Mersch des alten Erzbistums Trier genannt. Die Pfarrei findet ebenso Erwähnung im Visitationsbericht aus dem Jahre 1570. [2] Als Patron der Pfarrkirche wird schon 1570 der heilige Brictius aufgeführt. Das Patrozinium hat sich jedenfalls seither nicht geändert.

Zum Bezirk der Kirche gehörten nach einem Verzeichnis aus dem Jahr 1787 die Filialen Hersberg und Altrier, Rippig, Zittig mit der Mühle und 15 Leute, die im Wald von Reuland (Marscherwelad) lebten. Einen Hinweis auf diese Menschen geben noch heute die monatlichen Stiftungsmessen „für die Marscherleute“. Nach dem Visitationsbericht von 1570 standen der Äbtissin des Trierer Klosters St. Irminen neben dem Patronatsrecht auch zwei Drittel des Zehnten zu. Filialkapellen mit dem Recht auf regelmässigen Gottesdienst an einem Werktag im Monat hatten die Orte Zittig (St. Nikolaus), Rippig (St. Antonius) und Hersberg (St. Margaretha). Der Visitationsbericht von 1628 bemerkt, daß der Pfarrer in den Filialen auch an den Festen der Kirchenpatrone zum Gottesdienst verpflichtet war. [3]

Die erste urkundliche Erwähnung von Hemstal bietet die Urkunde vom Jahre 894/895, mit der Berctrudis im Auftrag des Reginbold und dessen Frau Uda der Abtei Echternach einen Herrenhof in Hemstal schenkte, der ihr auf Lebenszeit zur Nutznießung überlassen war. Zwei Generationen später (953) bestätigte König Otto I. der Trier Frauenabtei Oeren-St. Irminen ihren Besitz in Hemstal (vallis Hemmingi). [4]

Das Nebeneinander von Echternach und Oeren in der Grundherrschaft hat auf die Pfarrzugehörigkeit der Filialen keinerlei Einfluß ausgeübt. Obwohl Rippig, Zittig und Colbette sowie die Siedlung Altrier zum Echternacher Hof Bech gehörten, vermerkt der Bericht über den Hof aus dem Jahre 1651 ausdrücklich die Oerener Zehntrechte in diesen Orten. Man darf deshalb annehmen, daß mit der Oerener Grundherrschaft in Hemstal spätestens im 10. Jahrhundert auch die Kirche verbunden war. [5]

Der Trier Erzbischof Johann inkorporierte 1210 die Kirche in Hemstal dem Krankenhaus der Trierer Abtei St. Irminen. Die Bedingung war, daß die Abtei einen ständigen Vikar anzustellen hatte, der ein Drittel des Zehnten und der sonstigen Einkünfte der Kirche erhielt. [6]

Aus dem Visitationsbericht von 1570 erfahren wir, daß das Kirchenschiff reperaturbedürftig war. +628 war das Dach in schlechtem Zustand. 1665 wurde ein neuer Chor und 1668 ein neues Kirchenschiff errichtet. Ein alter Schlußstein im Turm trägt die Jahreszahl 1668 und dasWappen der Äbtissin Irmina von Piesport. Am 2. Juni 1679 wurden drei Altäre der Kirche geweiht: Hl. Dreifaltigkeit, hl. Matthias und hl. Brictius. Die heutige Kirch wurde 1855 erbaut und am Fest Peter und Paul, dem 29.6.1878 geweiht. Am 20. April 1975 war die Weihe des neuen Volksaltars. [7]

Das Kirchweihfest der Pfarrkirche von Hemstal wird am Sonntag nach dem 12. November gefeiert. Eine eigne Feier des Patroziniums findet nicht statt, da diese mit dem Kirchweihfest zusammenfällt. Patron ist der heilige Bischof Brictius, dem Nachfolger des heiligen Martin auf dem Bischofsstuhl von Tours. Sein fest ist der 13. November.

Zur Pfarrei Hemstal gehören heute die Filialen Altrier, Hersberg, Rippig und Zittig.

Altrier

„Altrier war schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt. Eine Blütezeit waren die drei ersten Jahrhunderte der gallo-römischen Periode. Zerstörung der römischen Siedlung in der Zeit der Hunnenwanderung; danach blieb das Gebiet jahrhundertelang unbewohnt. Im Dreißigjährigen Krieg ließ General Beck am römischen Ende des Dorfes Erdschanzen aufwerfen, zum Schutz gegen die brandschatzenden Truppen Turennes, woher sich der volkstümliche Name“op der Schanz„herleitet. Seit 1805 ist Altrier mit Hersberg und Kobenbour eine Filiale von Hemstal. Die Kapelle wurde 1863 erbaut; Patron ist der hl. Matthias.“ [8]

Zur Zeit wird in der Filialkirche von Altrier noch regelmässig Gottesdienst gefeiert. Jeden Monat um 18.15 Uhr ist eine Messe für die Mitglieder der Pfarrei. Das Patronzinium begeht die Gemeinde an einem Sonntag nahe dem 24.2., dem festtag des hl. Matthias. Das Kirchweihfest begeht die Filiale zusammen mit der Pfarrkirch am Sonntag nach dem 12.November. Leider kann an diesem Tag selbst keine Messe mehr gefeiert werden.

Hersberg

Im Visitationsbericht von 1570 wird eine Kapelle in Hersberg erwähnt. Sie ist der heiligen Margaretha geweiht. Zur Zeit wird nur noch sehr selten in dieser kapelle Gottesdienst gefeiert. Höhepunnkt ist allerdings nach wie vor der Festtag der hl. Margaretha am 20 Juli. In der kleinen Kapelle versammeln sich am Abend alle Bewohner des schönen Ortes zu einem Festgottesdienst. Die winzige Kapelle bietet ein sehr familiäre Stimmung. Sie erfreut sich großer Beliebtheit bei Familienfesten. In letzter Zeit fanden etliche Hochzeiten und Taufen in der Kapelle statt. Leider gibt es kaum noch Möbel in der Kapelle. Der alte Altar war verrottet. Übriggeblieben ist nur der Altarstein. Die Bänke dagegen stammen noch aus dem 18. Jahrhundert. Eine schöne Statue der heiligen Margaretha wird aus Sicherheitsgründen nicht mehr in der Kapelle aufbewahrt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des pfarrlichen Lebens der Pfarrei wird in Hersberg geboten. Am Eingang des Dorfes steht eine alte Eiche in deren hohlem Stamm eine Nische eingelassen ist, die eine Muttergottesstatue beherbergt. Am Abend des 15. Augusts (meist gegen 20.15 Uhr) versammeln sich jedes Jahr viele einheimische und fremde Pilger vor der Kirch von Altrier. In einer Lichterprozession, begleitet von der Musikgesellschaft und den Feuerwehrmannschaften der Gemeinde Bech, ziehen die Pilger dann betend und singend nach Hersberg zum Muttergottesbild. Dort findet dann unter großer Beteiligung eine Festmesse statt. Diese wird musikalisch von den Kirchenchören von Hemstal und Bech gestaltet. Der Pfarrer bittet meistens einen fremden Geistlichen der Feier vorzustehen und eine Festpredigt zu halten. Am 15.8.1995 hatten wir die große Ehre unseren Herrn Erzbischof Fernand Franck in Hersberg empfangen zu dürfen.

Zittig

Ebenfalls schon 1570 ist eine Nikolaus-Kapelle in Zittig erwähnt. Die Kapelle wurde Anfang des 18. Jahrhunderts neu gebaut. Zur Zeit ist hier nur noch am 6. Dezember eine feierliche Messe mit den Bewohnern des Ortes zur Ehren des Patrons.

Rippig

In Rippig gibt es seit der gleichen Zeit eine Kapelle, welche dem heilegn Antonius dem Einsiedler geweiht ist. Die heutige Kapelle wurde 1743 erbaut und vor rund 10 Jahren herrlich restauriert. Der große Festtag der Kapelle ist begreiflicherweise der 17. Januar. Am Fest des heiligen Antonius versammeln sich jedes Jahr sehr viele Mitglieder der Pfarrei zum Festgottesdienst. Ein alter Brauch die Kollekte in einen Korb mit Weizenkörner zu stechen ist immer noch aktuell. Nach dem Festgottesdienst lädt die örtliche Feuerwehrmannschaft zu einem fröhlichen Umtrunk in ihr Vereinslokal. Da der heilige Antonius immer mit einem Schwein dargestellt wird, hat der Ort auch einen Spitznamen: „am Schwengsgronn“.

Die Pfarrer der Pfarrei Hemstal

  • Casel Jean Guillaume aus Biwer (1798-1805)
  • Lauff Frédéric aus Stadtgrund (1805-1826)
  • Stein Pierre aus Echternach (1826-1835)
  • Majerus Jean aus Waldbillig (1835-1844)
  • Hermann Hermann aus Troisvierges (1844-1866)
  • Hubert Pierre aus Waldbillig (1866-1894)
  • Beck Christian aus Moersdorf (1894-1917)
  • Clesen jean aus Schlindermanderscheid (1917-1935)
  • Hoffmann Jean aus Holtz (1935-1956)
  • Schaus Pierre aus Boevange/Attert (1956-1964)
  • Weydert Valentin aus Heffingen (1964-1983)
  • Bemtgen Georges aus Remerschen (1983-1988)
  • Braun Arsène aus Aspelt (1988-1991)
  • Morbach Carlo aus Canach (seit 1991)

[1Emile Seiler, Dekanat und Pfarrei Echternach. Bausteine für eine lokale Kirchengeschichte, in: Nos Cahiers 19 (1998) 2/3, 293-361, S. 301.

[2Vgl. F. Pauly, Siedlung und Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier. Das Landkapitel Mersch, Trier 1970, 13ff. + 21.

[3Vgl. ebd. S. 183.

[4Vgl. ebd. S. 183.

[5Vgl. ebd. S. 184.

[6Vgl. ebd. S. 184f.

[7Vgl. E. Seiler, ebd. S. 301.

[8E. Seiler, ebd. S. 301.

 
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