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Spurensuche und Fährtenleser

Fortbildung am Institut für Religionspädagogik mit Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel

Am Dienstag, den 22. September 2015 fand im Bildungs- und Forschungshaus „Centre Jean XXIII“ der Erzdiözese Luxemburg eine vom IFEN anerkannte Fortbildungsveranstaltung statt, die sich nicht nur an Religionslehrerinnen und -lehrer wendet. Die Professorin für Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, Frau Helga Kohler-Spiegel, entfaltete das Thema: „Den Menschen auf der Spur – Religiöse Bildung in einer säkularisierten Welt“. Die aktuell brisante Fortbildungs-Thematik passte für die mehr als 130 Teilnehmenden in die Diskussionen um die Stellung von Religionen im Leben der Menschen und an den öffentlichen Schulen.

Frau Kohler-Spiegel machte, nach einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung der religionspädagogischen Forschung während der letzten Jahrzehnte, zunächst grundlegend darauf aufmerksam, dass Veränderungen zum menschlichen Leben dazugehören und nicht nur als Gefahr angesehen werden müssen. Veränderungen geben ebenso Möglichkeiten, zu lernen. Die erste Herausforderung religiöser Bildung heute ist und bleibt in dieser Situation, die sich wandelnden Lebenswelten der Menschen zu realisieren und zu begleiten. Aufmerksames Wahrnehmen, Zugehen auf Menschen und Annehmen ihrer Lebensgeschichten ist dabei der Weg, um Menschen zu unterstützen und zugleich Orte für den Glauben und letztlich Gott, der immer nur in der Realität zu finden ist, zu entdecken. Menschen brauchen diese Haltung des „Ich-bin-für-dich-da“, um neues Zutrauen gerade in schwierigen Zeiten zu entwickeln.

Dieser Grundgedanke der jüdisch-christlichen Tradition, dass sich Gott in der Geschichte des Einzelnen und der Welt als jener zeigt, der für die Menschen da ist, hinterlässt für die Luxemburger Situation einen durchaus ermutigenden Impuls, sowohl um Kindern und Jugendlichen diese Tradition im schulischen Rahmen fachgerecht zu vermitteln zu erschließen, als auch um innerhalb der Kirche zeitgemäß Glauben zu vermitteln: „Glaube bringt kein Leben ohne Sorgen, aber ein Leben, das mitgetragen wird“, so kann man den Ansatz von Köhler-Spiegel zusammenfassen. Aber dies geschieht nicht automatisch. Es braucht immer wieder neue Ideen und Wege, um den Menschen – und damit Gott – auf der Spur zu bleiben, so die Referentin.

Prof. Dr. Wolfgang Fleckenstein, wolfgang.fleckenstein lsrs.lu

 
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