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Frauen: Perspektiven

Thematisches Forum anlässlich der Synode im Bistum Trier

Drei Mitglieder der Frauenkommission haben an dem Forum „Frauen: Perspektiven“ in Trier teilgenommen, der am 17./18. Juli in der Richterakademie Trier stattgefunden hat.
Hier konnten Frauen und Männer folgende Themen zusammen diskutieren und Perspektiven für die Zukunft besprechen.

„Denn Gott bin ich und kein Mann“ mit Prof. Dr. Helen Schlüngel-Straumann: In der Bibel ist das Gottesbild nicht rein männlich geprägt. An manchen Stellen wird Gott als Mutter vorgestellt, oft auch in einer weiblichen Kraft, wie die Weisheit.

Jesu Umgang mit Frauen und Männern mit Dr. Katrin Brockmöller: Impulse aus den Evangelien: „Jesus heilt Frauen und Männern, er predigt dem ganzen Volk, die ersten Zeuginnen der Auferstehung sind Frauen“ können für die Aufgaben und Dienste von Männern und Frauen hilfreich sein.

Der Mensch als Gottesbild mit Dipl. Theol. Dieter Bauer: Was lässt sich aus der Spitzenaussage der ersten Schöpfungserzählung „Als Abbild Gottes schuf er ihn, Männlich und weiblich schuf er sie“ für das Verhältnis für Mann und Frau theologisch ableiten?

Genderfragen als Zeichen der Zeit mit Prof. Dr. Hildegund Keul: Die Rollenbilder von Mann und Frau verändern sich tiefgreifend. Genderfragen gehören zu den Zeichen unserer Zeit und warum es wichtig ist, dass sich die Kirche hier positioniert.

Geschlechtergerechtigkeit aus Sicht von Frauen und Männern Mit Dipl. Theol. Ulrike Genter und Dr. Andreas Ruffing: „Als Männer und Frauen sind wir Teil von Gemeinschaften, als Christ und Christin sind wir zur Freiheit berufen und für einander da in Liebe.“ Wie gelingt das Zusammenwirken von Frauen und Männern und wie gestalten wir das Geschlechterverhältnis in Zukunft?

Macht-voll lebens-dienlich leiten mit Dipl. Theol. Elisabeth Neuhaus: Es ist wichtig, Perspektiven für ein Handeln aufzuzeigen, das in einer Botschaft des Evangeliums geprägten Handlung gründet. Welche Anregungen und Ermutigungen gibt das Evangelium Frauen für die Wahrnehmung ihrer Führungsverantwortung an die Hand?

„Wir wollen mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen“ (Die deutschen Bischöfe) mit Dr. Gabriele Rüttiger und Dr. Claudia Kunz. In der Gesellschaft - und damit nicht nur innerkatholisch - gibt es immer noch eine starke Kleriker-Bezogenheit, doch Frauen in kirchlichen Führungspositionen sind Realität. Tendenz steigend! Es wird normal Frauen in Führungspositionen innerhalb der Kirche zu haben. (Rüttiger)
Es bedarf konkreter Massnahmen im Bereich der Nachwuchsgewinnung, der Personal- und Organisationsentwicklung und der Öffentlichkeitsarbeit der Kirche und immer noch haben es leitende Kirchenfrauen schwer als Repräsentantinnen und Stimmen der Kirche anerkannt zu werden. (Kunz)

Anne-Kerrin Gomer referierte über das Projekt Gleichgestellt in Führung gehen: Geschlechtergerechtigkeit als Zukunftsaufgabe der Caritas.

Frauen in Führung mit Cornelia Hoffmann - Bethscheider: Es gibt immer noch eine fehlende Akzeptanz von Männern gegenüber Frauen in Führungspositionen und eine Unterschätzung der Leistung von Frauen! Denken wir über das Problem der eigenen Selbstwertunterschätzung und die Selbstwertschätzung durch den göttlichen Glauben nach.
Verhältnis Frau-Mann und die Möglichkeiten einer guten Zusammenarbeit!

Frauen in Führung mit Sr. M. Scholastika Jurt OP: Als Priorin - im Dominikanerorden eben nicht Oberin, führe ich: Führen ist auch leiten, begleiten. Ich bin nicht die, die das Sagen hat - ich könnte bestimmen, die alles entscheidende Stimme geben, aber: „Bei Euch soll es nicht so sein“ sagt Jesus. Und die vielleicht schönste Führungsaufgabe ist der Versuch, den Platz freizuhalten, der einzig und allein Gott zukommt - und darin Gotttesfrauen zu sein.

Diakonatsweihe für Frauen: mit Prof. Dr. Georg Kraus: Die sakramentale Diakoninnenweihe ist dogmatisch geboten; Die Zulassung zur Diakoninnenweihe ist gerechtfertigt und gefordert - von fundamentalen Glaubensaussagen her z.B. Frau und Mann sind in gleicher Weise und Würde Abbild Gottes (Gen 1,27) meint Prof Kraus. Die sakramentale Diakonninenweihe wird pastoral notwendig durch die gegenwärtige Situation in den Gemeinden; Frauen üben in den Gemeinden eine Fülle pastoraler Tätigkeiten aus, die dem Diakonatsdienst zukommen.

Frauen und Weihe mit Irmentraud Kobusch und Prof. Dr. Bertram Stubenrauch: „Der Ständige Diakonat ist nicht als Hilfsdienst für überlastete Priester zu verstehen, sondern er verkörpert sakramental, im Amt der Kirche, die unaufgebbare Sendung zu den Armen und Notleidenden.“ Den Diakonat gibt es als eigenständiges Amt nur für Männer. Ohne Frauen atmet der Diakonat nur auf einem Lungenflügel. Deshalb stärkt das Netzwerk „Diakonat der Frau“ Frauen die sich zur Diakonin berufen fühlen. So gewinnt eine Vision Gestalt, eine Hoffnung für die Zukunft der Kirche wird mit Leben gefüllt und bekommt ein Gesicht.
Aber es gibt immer noch viele Argumente gegen die Weihe der Frauen, z.B.: die klassische Begründung der Vergabe des Amtes nur an Männer: Vorbild des biblischen Apostolates, Wille Jesu? meint Prof Stubenrauch. Es ist auch eine Traditionsfrage, doch wie verbindlich ist sie?

Prof. Dr. theol. Bernhard Anuth und Dr. Dorothea Reiniger haben über das Thema „Zum Diakonat ’berufen’!? Frauenordination in kirchenrechtlicher und diakonischer Sicht“ referiert.
„Eine Welt, in der Frauen ausgegrenzt werden, ist eine sterile Welt, denn die Frauen bringen nicht nur das Leben, sondern sie vermitteln uns die Fähigkeit (...) die Welt mit anderen Augen zu sehen, die Dinge mit kreativerem, geduldigerem, zärtlicherem Herzen zu spüren“ - das erklärte Papst Franziskus anlässlich des Weltfrauentages 2015. Er hat aber auch 2013 auf die Frage der Frauenordination geantwortet: Hierzu habe sich die Kirche „mit einer definitiven Formulierung“ geäussert und „Nein“ gesagt, diese Tür sei zu. „Wie passt das zusammen?“ fragt Prof. Anuth. „Der Papst als kirchlicher Gesetzgeber könnte das Kirchenrecht ändern oder für einzelne Teilkirchen Ausnahmen zulassen. Frauen, die die Diakonenweihe empfingen, wären männlichen Diakonen gleichgestellt - mit einer Ausnahme: Sie könnten niemals die Priesterweihe erlangen. Wer also in der Zulassung von Frauen einen Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche sehen will, muss wissen, dass es danach keinen weiteren gäbe“ so Prof. Anuth.
Eine der 10 Thesen von Dr. Reiniger: „Nicht Frauen brauchen den Diakonat, sondern die Kirche braucht die Frauen im Diakonat, da die Frauen in der Praxis die überwiegende Mehrheit der diakonischen Arbeit in der Kirche tun. Eine Zulassung von Frauen zum Diakonat wäre daher ein sichtbares Zeichen für die Glaubwürdigkeit einer ’Kirche der Armen’“.

Die Aussagen der Referenten beziehen sich natürlich auf die Situation in Deutschland, doch vieles entspricht dem was in den Pfarreien und Gemeinschaften in Luxemburg gelebt und empfunden wird.

Für die Mitglieder der Frauenkommission war es eine wichtige Bereicherung die vielen Meinungen von Expertinnen und Experten zu aktuellen Problemen der Frauen in der Kirche zu hören und an den zum Teil kontroversen Diskussionen teilzunehmen.

Quelle: Forumsmappe / Frauen: Perspektiven (http://www.bistum-trier.de/synodenf...).

Illustrationen: kommunikationslotsen
Scholz & Vesper GmbH & Co. KG (http://www.kommunikationslotsen.de).

 
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