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Rust 2016

„Lëtzebuerger Massendénger" in Rust
Gruppefoto - Juni 2016
Zwischen „Silver Star„und „Euro-Mir“ :
Die Messdiener und der „hell glänzende Stern unseres Landes„Der zweite Patron der „Lëtzebuerger Massendénger“ Willibrord macht einen starken Sprung in den Europa-Park

Kleine Nachlese von Marc Jeck

Ein ganz besonderes Erlebnis bot sich kürzlich 40 Ministranten aus Luxemburg anlässlich der Einweihung des „Luxemburger Platzes" im Europa-Park, dem beliebtesten Freizeitpark Europas – und eines der begehrtesten Ausflugsziele bei den Messdienern europaweit.

Mittendrin: Zwischen Politikern und Miss Germany

Dass der Europa-Park auch auf religiöser Ebene so manches zu bieten hat, zeigt nicht nur die Tatsache, dass es drei geweihte Kapellen im Themenpark gibt, sondern dass seit über 10 Jahren die Kirchen in Rust präsent sind: ein katholischer Diakon und ein protestantischer Diakon zeichnen für die Seelsorge im jährlich 5,5 Millionen Besucher zählenden Freizeitpark verantwortlich. Europa-Park Diakon Andreas Wilhelm ist den „Lëtzebuerger Massendénger„übrigens kein Unbekannter: Im Jahre 2013 gastierte der Park-Seelsorger im Rahmen des „Mafréma“ in Echternach. Im vergangenen Herbst tagte die Jahreshauptversammlung des internationalen Ministrantenbundes (C.I.M.) im Europa-Park.
Von hoher Symbolkraft war die Einbindung der „Lëtzebuerger Massendénger„in die feierliche Eröffnung des „Luxemburger Platzes“ am 11. Juni 2016, der inmitten des 95 ha großen Freizeitparks verschiedene Themenländer Europas miteinander verbindet. Mit rot-weiß-blauen Luftballons begrüßten die Altardiener die Gäste aus Politik, Gesellschaft und Show-Business. Neben Staatssekretärin Francine Closener, Familienministerin Corinne Cahen und „Miss Luxembourg„waren auch die Schauspieler Désirée Nosbusch und Tommy Schlesser (GZSZ) zur Einweihung nach Rust gereist. Mit dabei war auch „Miss Germany“, die Religionspädagogin Lena Bröder.
Im Gepäck der Messdiener war ein gutes Stück Luxemburg: eine Kerze mit dem zweiten Patron der „Lëtzebuerger Massendénger„Willibrord – aus der „Käerzefabrik“ in Heiderscheid.

Erzbischof Hollerich würdigt die europäischen Werte der Familie Mack

In einem Grußwort des Erzbischofs von Luxemburg, das zu Beginn der Einweihungsfeierlichkeiten des „Luxemburger Platzes„vom Diözesanseelsorger der Messdiener Jean-Pierre Reiners vorgetragen wurde, dankt Mgr Jean-Claude Hollerich der Inhaber-Familie Mack dafür, dass in einem immer mehr säkularisierten Europa und einer stärker werdenden individualistisch geprägten Gesellschaft das kulturelle und religiöse Erbe im Europa-Park gefördert und „das jüdisch-christliche Fundament unserer Länder weder vergessen noch verdrängt würde“. Auch würdigt der Luxemburger Erzbischof den „europäischen Einheitsgedanken, der im Europa-Park auf besondere Art und Weise zum Tragen kommt".
In der Stabkirche, unweit des „Luxemburger Platzes", feierten die Ministranten zusammen mit der Familie Mack, dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Prof. Dr. Erwin Teufel sowie Luxemburgs Botschafter in Deutschland Georges Santer einen Gottesdienst zu Ehren des Luxemburger Landesapostels Willibrord. Diözesanseelsorger der Ministranten Jean-Pierre Reiners wurde von Diakon Andreas Wilhelm assistiert. Marc Jeck leitete die Gesänge.
Zu Beginn des Gottesdienstes erklang das Willibrord-Lied „Schau, heilger Apostel, o Willibrord".
Andreas Wilhelm begrüßte die Luxemburger Ministranten und erklärte die Symbolik des Kreuzes mit einem keltischen Motiv, das auch Einzug in die Echternacher Handschriften hielt.

„Wer Identität hat, hat Zukunft"

„Hier im Park wird für mich Europa greifbar, sichtbar und spürbar. Wenn man als Besucher von einem Themenbereich zum nächsten schlendert – frei von Grenzen – erahnt man etwas von dem Einheitsgedanken der Gründungsväter der Europäischen Union. Sie wollten ein versöhntes, in Frieden und Demokratie vereintes Europa und sie waren bestrebt eine Gemeinschaft zu gründen, die ihre Identität nicht zuletzt auch in den christlichen Grundwerten von Glauben, Hoffnung und Liebe finden sollte", so Jean-Pierre Reiners in seiner Predigt, wo der Geistliche den Bogen von Willibrord bis in unsere Zeit spannte:
„Wir brauchen wieder Missionare wie der heilige Willibrord oder auch Politiker und Denker wie die Gründungsväter der Europäischen Union, die – vom Glauben gedrängt und von den christlichen Werten überzeugt – sich für unseren Kontinent und vor allem für die Menschen, die hier lebten, eingesetzt haben. Die Zukunft von Europa – einem versöhnten, friedlichen, grenzenlosen und geschwisterlichen Europa – kann nur gelingen, wenn wir uns alle wieder auf unser Fundament besinnen – auf unseren gemeinsamen Glauben und das christliche Menschen- und Weltverständnis und die sich daraus resultierten Werte und Ideale. Wer Identität hat, hat Zukunft und kann diese Zukunft auch fruchtbar machen, für alle Menschen.„In den Fürbitten, die von Messdienern in „lëtzebuergesch“, deutsch und französisch vorgetragen wurden, hieß es u.a. dass „alle, die im Freizeitpark Freude und Spass finden, die gleiche Freude im Alltag leben und weitergeben, damit unsere Welt heller und lebenswerter wird".

Starkes Zeichen : Eine Willibrord-Kerze für den Europa-Park

Am Schluss des Gottesdienstes überreichten die Ministranten Roland Mack eine Willibrordus-Kerze für die „Kirche im Europa-Park„sowie Literatur zu dem Gründer Echternachs, verbunden mit einer Einladung zur Springprozession an Pfingstdienstag. Direktorin Tanja Konsbrück äußerte den Wunsch, eine neue Achterbahn im Park entstehen zu sehen, denn sie habe jetzt alle Fahrgeschäfte im Park „durch“.
Park-Chef Roland Mack bedankte sich und sagte, dass ihm während des Gottesdienstes erneut bewusst wurde, was das auf das Geheimnis des Europa-Park sei : ein friedensstiftendes Europa auf spielerische Art erfahrbar machen. „Ich habe auch an diesem Wochenende gelernt, dass die Luxemburger sehr humorvolle Menschen sind„, ergänzte Roland Mack bevor er auf die besondere Architektur der Stabkirche hinwies. Wenn Stabkirchen in Norwegen während der Übergangszeit von heidnischen Religionen zum Christentum entstanden, so macht gerade Willibrord, der „auf den wütenden Wogen“ des Meeres bis nach Dänemark missionierte, in der Schiffsmastenkirche eine gute Figur.

Auch der „homo religiosus" aus Luxemburg fährt gerne Achterbahn

Die Festlichkeiten der Einweihung des „Luxemburger Platzes„und die Einbindung der Messdiener aus dem Großherzogtum lassen sich mit einer Formel des ungarischen Jesuitenpaters Béla Bangha bestens resümieren: „Nicht nur der Kirchenraum ist der Wirkungsbereich der Diener Christi, sondern die ganze Fülle des Lebens“, denn „Christus predigte nicht in Tempeln, sondern auf öffentlichen Plätzen„. Somit hat neben dem homo religiosus luxemburgensis am „Luxemburger Platz“ auch Willibrord als starker Fürsprecher für Europa und „Meister der Freude" seinen Platz im Europa-Park gefunden.

Willibrorduskäerz Rust 2016
Foto: René Scho
Artikel Feliciter Nov2016
Europapark - Artikel LW 25.06.2016
 
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