Services
 

Jesus und die Frauen

Jesus und die Frauen

1. Empfang (10´)
Liedvorschlag: Magnificat
2. Austausch über das Wort Gottes (45´)
Lesen ausgewählter Texte und Austausch darüber

Es genügt, dass wir uns dem Leben Jesu zuwenden um zu sehen, dass er in seinem Handeln und seinem Reden Frauen ehrte. Da sind zunächst einmal „seine Mutter“ und „seine Schwestern“, die ihn in seinem Leben in Nazareth begleiten (siehe Mk 6,3; Mt 13,55). Auch wenn er innerhalb der jüdischen Tradition aufwuchs, die zu dieser Zeit geprägt war von einer rabbinischen Ansicht, die Frauen diskriminierte, ausgehend von einer engstirnigen Kasuistik, die auf den Reinheitsvorschriften in Levitikus 12-16, insbesondere 15,19-32 und in Deuteronomium 22 basierte, hatte er in seinem Leben eine sehr offene Haltung gegenüber Frauen. Jesus glaubte an die Würde und Größe der Frau. Viele Frauen werden als seine Jünger erwähnt - dies widersprach der allgemeinen Praxis der Rabbiner in Israel (siehe Lk 8,1-3; 10,38-42). Wir sollten nicht vergessen, dass es Frauen waren, die ihn bis zum Ende begleiteten (siehe Mt 27,55f) und auch die ersten Zeugen seiner Auferstehung waren (siehe Lk 24,9-11; Joh 20,11-18; Mt 28,1-10).

Bei seinen Heilungen übertrat er ohne Angst vor der Reaktion seiner Umgebung, die Gesetze, die sie klein machten, als unrein stigmatisierten oder zu Bürgerinnen zweiter Klasse machten (siehe Mk 5,25-34; 7,24-30). Dreimal wurde Jesus von verschiedenen Frauen in einer Geste großer Zärtlichkeit mit wohlriechendem Öl gesalbt: Maria, die Schwester des Lazarus (siehe Joh 12,1-11); eine „unbekannte Frau“ bei dem Leprakranken Simon (siehe Mt 26,6-13) und die „Sünderin“ bei Simon dem Pharisäer (siehe Lk 7,36-50). Zum wiederholten Male stellte er die Kraft ihres Glaubens hervor (siehe Mk 5,34; 14,9; Lk 7,47. 50; Mt 15,28) und er verteidigte sie gegen Ungerechtigkeit durch eine zu enge Auslegung des jüdischen Gesetzes (siehe Mt 19,3-12; Joh 8,2-11; Mk 5,21-43; Lk 7,11-17; 13,10-17). Eine Fremde brachte ihn dazu sein eigenes Verständnis seiner Mission zu ändern (Mt 15,21-28).

Jesus geht gegen frauenfeindliche oder chauvinistische Interpretationen des Gesetzes vor (siehe Mt 19,1-12; Joh 8,1-11). Da sie seine kritische Sicht und seine Handlungsweise kannten, die die Würde der Frau unterstützen, versuchten die Pharisäer ihm eine Falle zu stellen (Mt 19,3. 7; Joh 8,4-6a). Sie stellten ihm eine Frage, auf die sie eine Antwort erwarteten, die sich gegen das Gesetz des Mose wendet: Dtn 24,1-4 im Falle der Verstoßung und Dtn 22,22 in dem des Ehebruches. Jesus verteidigt die Frauen, indem er zu den Wurzeln des Planes Gottes geht: Gen 1,26-28, Mann und Frau sind nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, und im gleichen Sinne Dtn 22,22, aber in seiner Gesamtheit gelesen. Matthäus verschweigt nicht, dass die Jünger die Sichtweise der Pharisäer teilen „Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist – das heißt die Gleichwertigkeit – dann ist es nicht gut zu heiraten“. Es ist klar, dass auch für einige der Jünger, das Verhalten Jesu gegenüber den Frauen verwirrend ist. Der Autor des vierten Evangeliums zögert nicht, uns zu berichten, dass sich die Jünger „wunderten“, Jesus in der Öffentlichkeit mit „einer Frau“ reden zu sehen, zudem noch mit einer fremden Frau (siehe Joh 4,27).

  • Welche der studierten Aspekte haben mich beeindruckt oder mich besonders erstaunt? Warum?
  • Inwiefern spricht dieser Austausch unsere christliche Gemeinschaft an?

3. Abschliessendes Gebet (5´)
Wiederholen des Eröffnungsliedes
Einladung zum freien Gebet
Vater unser

 
Service Kommunikatioun a Press - Äerzbistum Lëtzebuerg - Dateschutz - Impressum - © Verschidde Rechter reservéiert