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Der Plan Gottes im Johannesevangelium

Der Plan Gottes im Johannesevangelium
1. Empfang (10´)
Liedvorschlag Danket Gott, denn er ist gut
2. Austausch über das Wort Gottes (45´)
Lesen ausgewählter Texte und Austausch darüber
Im Gegensatz zu den Synoptikern, die die Verkündigung Jesu des Reiches Gottes betonen, wird im Johannesevangelium, das in einem hellenistischen Kontext und im Dialog mit dem Gnostizismus verfasst wurde, die Realität unterstrichen, dass sich in Jesus der Heilsplan Gottes offenbart, und durch den dieser Plan Mensch wurde (Joh 1,1-4. 14). Man spricht also vom „Leben“ (siehe Joh 1,4; 4,14; 10,10. 28; 12,25), dem „Licht“ (siehe Joh 1,4-9; 3,19-21; 8,12; 9,4; 12,46), der „Wahrheit“ (siehe Joh 4,23-24; 8,31-32; 15,26; 18,37), [1] und ihrem jeweiligen Gegenteil: Finsternis (1,5), Lüge (8,44) und Tod (Joh 11).Tatsächlich entfaltet sich im Johannesevangelium als Gegensatz zum Plan Gottes als Plan des Lebens, eine Welt aus Tod-Finsternis-Lüge. Wenn das Leben dem Schöpfungsplan entspricht, dann entspricht Tod-Finsternis-Lüge einem Gegenplan, der versucht, das Licht des Lebens auszulöschen (1,5), indem er den Sieg des göttlichen Plans verhindern will. Das ganze Leben Jesu spielt sich vor dem Hintergrund des Kampfes zwischen Leben und Tod, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Wahrheit und Lüge ab.

Das Anti-Projekt reduziert den Menschen auf die Blindheit: er ist daran gehindert, den wahren Plan Gottes und das wahre Gesicht Gottes als Vater zu sehen; denn die Finsternis-Lügen drängen einen Gott auf, der vor Formalitäten strotzt; einen Gott, der die Menschen nicht liebt, sondern sie im Gegenteil seiner Gerichtsbarkeit unterwirft (siehe Joh 9). Die Finsternis ist der Ort an dem sich der Mensch vom Licht des Lebens getrennt fühlt. Sie symbolisiert eine Ideologie, die eine falsche Vision von Gott und seinem Plan des Lebens für die Menschen hat. So erscheint das Konzept eines nationalen Messias, und Gewalt gegen die jüdischen Führer, im Bereich der Finsternis und der Lüge (siehe 12,24. 35). Mit dieser Art des Diskurses blenden sie das Volk (siehe 12,40), indem sie es daran hindern Jesus und dem Heilsplan Gottes nachzufolgen (siehe 12,34. 37). Trotzdem, wenn auch die Gegenüberstellung Leben-Licht und Finsternis-Tod unvereinbar bleibt, ist die Situation der Blindheit des Menschen nicht endgültig. Der Mensch, der in der Finsternis lebt (wie es bei Nikodemus der Fall ist, siehe Joh 3,1-2. 19-20) ist dazu fähig, in der Begegnung mit Jesus, sich für das Licht zu entscheiden, das von diesem ausgeht (3,21). Um der Finsternis des Todes zu entkommen, muss man Jesus, dem „Licht des Lebens“ folgen (siehe Joh 5,24; 8,12; 12,46). Im umgekehrten Sinn verlassen die Jünger, die sich von der Finsternis ergreifen lassen, Jesus (siehe Joh 6,67). Sie wandeln in Finsternis und wissen nicht mehr, wohin sie gehen (siehe Joh 12,35).

  • Welche der studierten Aspekte haben mich beeindruckt oder mich besonders erstaunt? Warum?
  • Inwiefern spricht dieser Austausch unsere christliche Gemeinschaft an?

3. Abschliessendes Gebet (5´)
Wiederholen des Eröffnungsliedes
Einladung zum freien Gebet
Vater unser

[1Das Thema des Reiches Gottes ist auch bei Johannes präsent, insbesondere in seinem Dialog mit Nikodemus (Joh 3,3. 5); Themen, wie das Licht (Mt 4,16; Lk 2,32; 11,33. 36), die Wahrheit (Mt 22,16; Mk 12,14; Lk 20,21) oder das Leben (Mt 7,14; Lk 12,15) sind auch bei den Synoptikern präsent, aber in einem klaren Missverhältnis.

 
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