Rückblick: Lourdes 2019

Rückblick auf die diözesane Lourdes-Wallfahrt vom 21 - 27. Juli 2019

Mit neuer Kraft in den Alltag

Diözesane Lourdeswallfahrt im Jubiläumsjahr der Heiligen Bernadette Soubirous

Große Freude herrschte am Sonntagmorgen im Bahnhof von Metz, wo sich mehr als 1000 Pilger auf dem Bahnsteig tummelten, um im TGV nach Lourdes aufzubrechen, nachdem bereits 51 andere Luxemburger frühmorgens mit dem Flugzeug nach Lourdes angereist waren. Unter den Zugreisenden befanden sich weitere 125 Pilger aus der Erzdiözese Luxemburg, neben den Pilgern aus Metz und Verdun. Bei der Abfahrt fassten viele Hände mit an, nicht nur um die Koffer ins richtige Abteil zu befördern, sondern auch um die kranken und behinderten Pilger, zum Teil mit Ihren Rollstühlen, optimal in die ausgeschilderten Abteile zu lotsen. Wie in den vergangenen Jahren lag die Betreuung der Kranken und Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den kompetenten Händen von Dr. Xavier Bairin und der Pfadfindergruppe der Foulards Blancs unter der Leitung von Marie-Claire Rasqué und Marc Sinner. Viele engagierte Betreuer waren hier zu sehen, die seit Jahrzehnten mit viel Herzblut bei der jährlichen Lourdespilgerfahrt dabei sind. Ihr unentgeltlicher Einsatz, ihre liebevolle Zuwendung, sowie ihre gelebte Verbundenheit zur Gottesmutter sind ein Schatz der Wallfahrt. „Lourdes ist wie ein Virus“, so dann auch die Antwort eines langjährigen Pilgers auf die Frage, warum er trotz all dieser Mühen jedes Jahr in die französischen Pyrenäen aufbreche. Wer sich schon einmal nach Lourdes auf den Weg gemacht hat, kann dies nachvollziehen. Inmitten der Pilgerschar und vor allem vor der Grotte von Massabielle fällt das Beten dem Einzelnen auf einmal leicht. Doch wer glaubt, hier würde einer überhöhten Frömmigkeit gefrönt, der irrt. Gesunde und Kranke erfahren hier gegenseitigen Austausch, innere Sammlung, inspirierende Begegnungen im Gottesdienst und darüber hinaus. So wird etwas vom Geheimnis der Grotte erfahrbar und durch den konkreten Dienst am Mitmenschen wird der eigene Glaube gestärkt, um gefestigt in den Alltag zurück zu kommen. Selbst Durchreisende, die sich als nicht-religiös bezeichnen, sprechen vom besonderen Reiz von Lourdes. 5 bis 6 Millionen Menschen ziehen Jahr für Jahr an diesen weltbekannten Pilgerort: Gesunde und Kranke, Frauen und Männer, Pilger aller Rassen und Kulturen, Menschen aller Alterskategorien und sozialen Schichten.
Die Geschichte von Lourdes begann am 11. Februar 1858, als Bernadette Soubirous als armes Hirtenmädchen überraschenderweise beim Holzsammeln eine sonderbare Erfahrung mit „Aquero“ machte. Auf diese erste Begegnung mit jener „weißgekleideten Dame“ folgten weitere 17 Erscheinungen unmittelbar an der Grotte von Massabielle. Da Bernadette das Licht der Welt vor 175 Jahren in Lourdes erblickte und vor 140 Jahren in Nevers starb, stand die diesjährige Wallfahrt im Zeichen dieser Heiligen. Das Pastoralthema in ihrem Jubiläumsjahr lautete dann auch: „Selig ihr Armen“. Für Bernadette war Armsein nichts Schämenswertes, sondern der Weg um Gott zu suchen und sich von Ihm finden zu lassen. Für sie bedeutete der Weg der Armut, Unwesentliches los zu lassen, um das Wesentliche zu sehen. Dabei geht es immer um ein vertrauensvolles Sicheinlassen auf Gott. Genau diese Botschaft hat auch die Autoren und die Schauspieler des gleichnamigen Musicals „Bernadette von Lourdes“ zum Jubiläum inspiriert. Ein Teil der Luxemburger konnte sich diese beeindruckende künstlerische Darbietung in der Festhalle von Lourdes ansehen und alle waren tief bewegt von der spirituellen Tiefe der Inszenierung und der Aktualisierung vom Leben der Heiligen Bernadette. Sonder Zweifel gehörte dieser Nachmittag zu einem der besonderen Highlights der diesjährigen Wallfahrt.
Eine weiterer Höhepunkt, der sich in die Annalen der luxemburgischen Lourdeswallfahrt 2019 einschreiben wird, war die Ernennung durch Papst Franziskus von Generalvikar Leo Wagener zum Weihbischof der Erzdiözese Luxemburg am Mittwoch, dem 24. Juli 2019. Wie ein Lauffeuer breitete sich diese freudige Nachricht im Anschluss an die Internationale Messe in der Mittagsstunde unter den Luxemburger Lourdespilgern aus. Für Leo Wagener, der in Lourdes seit 30 Jahren im Dienst der Kranken steht und als Aumônier der Foulards Blancs fungiert, war die Entgegennahme seiner Ernennung in Lourdes ein besonderes Geschenk der Gottesmutter. Umringt von vielen Gratulanten, darunter auch eine Gruppe von Priestern mit Neupriester Yves Olinger, der die Predigten übernommen hatte, sowie Diakon Vincent De Smet, feierte Erzbischof Jean-Claude Hollerich gemeinsam mit dem neuernannten Weihbischof Leo Wagener in grosser Dankbarkeit die Eucharistiefeier in der Bernadette-Kirche. Auch die darauf folgenden Tage waren geprägt von einer besonderen Feierstimmung und machten die diesjährige Wallfahrt zu einem speziellen Erleben, wo die Pilger aufgerufen wurden, ihren Glauben im Alltag mit neuer Freude zu bezeugen, für ihre Hirten zu beten und im nächsten Jahr vom 19. – 25. Juli 2020 wieder in Lourdes dabei zu sein.
Wenn Sie das Projekt Lourdes unterstützen wollen, können Sie dies gerne durch eine Überweisung auf das Postgirokonto LU64 1111 7017 0305 0000 der Fondation Sainte Irmine machen, mit dem Vermerk „ Lourdes 2019/2020“. Für den Ausbau der Lourdeswallfahrt, besonders die Kosten der Krankentransport sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen. Vergelt’s Gott !

Renée Schmit
Diözesane Pilgerleiterin und Bischöfliche Delegierte für Spiritualität

 
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