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Kirche St. Pierre in Steinsel

Steinsel besaß schon sehr früh eine Pfarrkirche, die auf der Erhebung in der Dorfmitte über den Ruinen einer Römervilla und einer merowingischen Grabstätte erbaut war. Wir wissen nicht, wann diese Kirche gebaut wurde. Eine Skizze, die 1571 vom Abt Bertels der Abtei Münster angefertigt wurde, zeigt uns einen sehr einfachen Bau. Er wurde später durch ein dreischiffiges Gebäude ersetzt.

Im Jahre 1785 beschaffte der damalige Pfarrer von Steinsel Dominique-Henri de Neunheuser aus dem auf Befehl von Kaiser Josef II aufgehobenen Dominikanerinnenkloster in Marienthal zwei steinerne Seitenaltäre, einer von ihnen mit einem Bildnis des Petrus von Mailand. Somit kam auch die Verehrung dieses Heiligen nach Steinsel.

Der aus Verona gebürtige Prediger hatte sich gegen die Häresie der Katharer eingesetzt und dafür im Jahre 1252 den Märtyrertod erlitten. Heute noch findet jährlich am Pfingstmontag in Steinsel eine Prozession zu seinen Ehren statt.

Weil die Steinseler Kirche allmählich baufällig wurde und viel zu klein war, wurde 1848 ihr Abriss beschlossen. Am 12. Juni 1851 wurde der Grundstein zum Neubau gelegt und am 19. Dezember 1852 wurde die vom Baukonduktor Jean-Baptiste Kintzelé aus Heisdorf entworfene, im neogotischen Stil gehaltene Kirche eingesegnet. Der Hochaltar der alten Kirche wurde an die Pfarrkirche von Wormeldingen verkauft, wo er heute noch als Hochaltar erhalten ist. Die beiden Seitenaltäre jedoch blieben in Steinsel und fanden in der neuen Kirche Platz. Erst am 14. Juli 1866 wurde die Kirche durch den Apostolischen Vikar, Bischof Nikolaus Adames, konsekriert. Sie ist dem Heiligen Petrus geweiht. Zweiter Patron ist der Heilige Petrus von Mailand.

Im Zuge der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde der Chor neu gestaltet. Der rohbehauene Altarblock ist ein Werk des Künstlers Pitt Nicolas. Der Tabernakel besteht aus einer Verbindung dieses Steins mit rohbehauenen Eichenbalken, die zum Licht himmelwärts streben. Drei der sieben Chorfenster wurden von Ben Heyart entworfen. Im Jahre 2004 wurde der Innenraum der Kirche mit einer für die Neugotik charakteristischen Farbgestaltung renoviert.

 
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