de fr

Nachricht des Präsident der Caritas Europa

an die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer von Caritas in Europa

Liebe Freunde,

der einsetzende Winter bringt derzeit vielen Menschen zusätzliche Probleme, den Armen, Vertriebenen, Notleidenden, Einsamen. Die Tage sind kurz und die Nächte lang. Für manche geht die Zeit im Winter quälend langsam voran. Die Kälte setzt den Menschen in den Flüchtlingslagern zu, selbst in den Heimen und Hallen, in denen sie untergebracht sind. Auch die Arbeit fällt jetzt vielen schwerer. Für uns ist es an der Zeit, barmherzig zu sein und auf ganz besondere Weise Sorge zu tragen. Soeben sind in Rom Vertreter der verschiedenen Länder zum jährlichen Treffen der Caritas Internationalis zusammengekommen. Dort wurde über zahlreiche Projekte und Anliegen ausgetauscht, und man hat Pläne für die Zukunft gefasst.

Als Christen wissen wir, dass Papst Franziskus am 8. Dezember die „Heilige Pforte‟ am Petersdom öffnet. Das Jubeljahr der Barmherzigkeit ist auch ein Appell an uns, denn Barmherzigkeit ist ein Konzept, das besonders eng mit unserer Vision von Caritas verbunden ist. Wir denken dabei in Liebe und Sorge an die Flüchtlinge, die es inzwischen an so viele verschiedene Orte verschlagen hat, und es kommen immer mehr. Wir denken aber auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die ihr Bestes geben, um das Leid dieser Menschen zu lindern. In Europa denken wir nicht zuletzt an unsere Nachbarn in der Ukraine, wo die Bevölkerung durch den Konflikt zerrissen und von Elend geplagt ist. Kaum vorstellbar, wie viele Menschen ihre Heimat verlassen mussten und jetzt mitten im Winter als Vertriebene über andere Landesteile oder fremde Länder verteilt sind.

Wir denken auch an die Flüchtlinge an den Grenzen unseres Kontinents, die große Mühe haben, sich registrieren zu lassen und so in den internationalen Schutz der westlichen Länder zu gelangen. Wir können nur ahnen, welch dunkle Zukunft ihnen vorschwebt, für ihre Kinder, ihre Arbeitsaussichten und ihre Integration in völlig neuen Kulturen. Auf der anderen Seite denke ich an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die den Ankömmlingen zur Seite stehen, bei der Registrierung, der medizinischen Versorgung, der sprachlichen Verständigung, durch Unterricht usw. In dieser Situation, die uns alle angeht, erweist sich Caritas als Fels in der Brandung.

Wir sollten uns daran erinnern, dass gerade in diesem Jahr, das für alle Christen ein besonderes ist, Werke der Barmherzigkeit von uns verlangt werden. Es gibt sieben leibliche und sieben geistige Werke der Barmherzigkeit. Als leibliche Werke gelten: Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte kleiden (wobei hierzu auch Decken und andere wärmende Mittel zählen), Fremde beherbergen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. Zu den geistigen Werken der Barmherzigkeit gehören: die Zweifelnden beraten, die Unwissenden lehren, die Sünder zurechtweisen, die Trauernden trösten, Beleidigungen verzeihen, Lästige geduldig ertragen und für die Lebenden und Verstorbenen beten. Ich muss dabei an die Stelle im Evangelium denken, wo Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt. Dieser bemerkte am Wegesrand einen Verletzten, den er sofort versorgte. Er gab ihm, was er bei sich hatte, und brachte ihn zu einer Herberge. Mehr noch. Als er am nächsten Morgen zurückkam, bezahlte er den Wirt und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege. Dieses Bild von der Güte Gottes sollten wir immer vor Augen haben, wenn wir uns um die Armen und Versehrten kümmern.

Liebe Freunde, ich wünsche Ihnen abschließend noch innige Begegnungen auf Ihren Pfaden gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit und ich hoffe, dass Sie Wege finden werden, die Liebe, die uns das Jesuskind gebracht hat, zu diesem Anlass auf besondere Weise weiterzugeben.

Mit den besten Wünschen und all meinem Dank,

Luc Van Looy
Präsident der Caritas Europa

 
Service Kommunikatioun a Press . Service Communication et Presse
Äerzbistum Lëtzebuerg . Archevêché de Luxembourg

© Verschidde Rechter reservéiert . Certains droits réservés
Dateschutz . Protection des données
Ëmweltschutz . Protection de l'environnement