Sakramente – Was ist das?*

Sakrament (lat. sacramentum = Fahneneid; meist als Übersetzung des griechischen mysterion = Geheimnis verwendet): Sakramente sind von Christus eingesetzte sichtbare, heilige Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit, in denen Christen die heilende, verzeihende, nährende, stärkende und zur Liebe befähigende Gegenwart Gottes erfahren können, da in ihnen die Gnade Gottes wirkt.

172 Wie viele Sakramente gibt es, und wie heißen sie?

Die Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Bußsakrament, Krankensalbung, Weihe und Ehe. [1210]

193 Gibt es eine innere Logik, in der die Sakramente miteinander verbunden sind?

Alle Sakramente sind eine Begegnung mit Christus, der selbst das Ursakrament ist.

Die Taufe verbindet mit Christus. Die Firmung schenkt uns seinen Geist. Die Eucharistie vereinigt uns mit ihm. Die Beichte versöhnt uns mit Christus. Durch die Krankensalbung heilt, stärkt und tröstet Christus. Im Ehesakrament verspricht Christus seine Liebe in unserer Liebe und seine Treue in unserer Treue. Durch das Weihesakrament dürfen die Priester Sünden vergeben und die Heilige Messe feiern.

173 Wozu brauchen wir überhaupt Sakramente?

Sakramente brauchen wir, um über unser kleines menschliches Leben hinauszuwachsen und durch Jesus wie Jesus zu werden: Kinder Gottes in Freiheit und Herrlichkeit. [1129]

In der Taufe werden verlorene Menschenkinder zu geborgenen Kindern Gottes; durch die Firmung werden Schwache zu Starke; durch die Beichte werden Schuldige zu Versöhnten; durch die Eucharistie werden Hungrige zum Brot für andere; durch die Ehe wie durch die Priesterweihe werden Individualisten zu Dienern der Liebe; durch die Krankensalbung werden Verzweifelte zu Menschen der Zuversicht. Das Sakrament in allen Sakramenten ist Christus selbst. In ihm wachsen wir aus der Verlorenheit der Selbstsucht hinüber in das wahre Leben, das nicht mehr aufhört.

174 Warum genügt nicht der Glaube an Jesus Christus?
Wozu schenkt uns Gott noch die Sakramente?

Wir sollen und dürfen mit allen Sinnen zu Gott kommen, nicht nur mit dem Intellekt. Deswegen schenkt sich uns Gott in irdischen Zeichen – vor allem in Brot und Wein, die Leib und Blut Christi sind. [1084, 1146-1152]

Menschen sahen Jesus, hörten ihn, durften ihn berühren und erfuhren darin Heil und Heilung an Leib und Seele. Die sinnlichen Zeichen der Sakramente zeigen diese gleiche Handschrift Gottes, der den ganzen Menschen ansprechen möchte – und nicht nur seinen Kopf.

175 Warum gehören die Sakramente der Kirche?
Warum kann sie nicht jeder gebrauchen, wie er will?

Sakramente sind Gaben Christi an seine Kirche. Es ist ihre Aufgabe, sie zu spenden und sie vor missbräuchlichem Zugriff zu schützen. [1117-1119, 1131]

Jesus hat seine Worte und Zeichen konkreten Menschen, nämlich den Aposteln, zur Weitergabe anvertraut und sie nicht einer anonymen Masse ausgeliefert. Heute würde man sagen: Er stellte sein Erbe nicht frei ins Netz, sondern beheimatete es in einer Domain. Sakramente sind für die Kirche und durch die Kirche da. Sie sind für sie da, weil der Leib Christi, der die Kirche ist, durch die Sakramente begründet, genährt und vollendet wird. Sie sind durch sie da, weil Sakramente Kräfte des Leibes Christi sind, wie in der Beichte, wo Christus uns durch den Priester die Sünden vergibt.

176 Welche Sakramente empfängt man nur einmal im Leben?

Taufe, Firmung und Weihe. Diese Sakramente prägen den Christen mit einem unauslöschlichen Siegel. Taufe und Firmung machen ihn ein für alle mal zum Kind Gottes und Christus ähnlich. Die Weihe prägt den Christen ebenso endgültig. [1121]

So wie man immer ein Kind seiner Eltern ist und bleibt und nicht nur „manchmal“ oder „ein bisschen“, so wird man durch Taufe und Firmung auch für immer Kind Gottes, Christus ähnlich und seiner Kirche zugehörig. Ebenso ist die Weihe nicht ein Job, den man bis zur Rente übernimmt, sondern eine unwiderrufliche Gnadengabe. Weil Gott treu ist, bleibt die Wirkung dieser Sakramente dem Menschen für immer erhalten – als Empfänglichkeit für den Ruf Gottes, als Berufung, als Schutz. Folglich können diese Sakramente nicht wiederholt werden.

177 Warum setzen die Sakramente den Glauben voraus?

Sakramente sind keine Magie. Ein Sakrament kann nur wirken, wenn man es im Glauben versteht und annimmt. Sakramente setzen den Glauben nicht nur voraus, sondern sie stärken ihn auch und bringen ihn zum Ausdruck. [1122-1126]

Jesus beauftragte die Apostel, die Menschen durch ihre Verkündigung zuerst zu Jüngern zu machen, also ihren Glauben zu wecken, und sie dann erst zu taufen. Zwei Dinge sind es also, die wir von der Kirche empfangen: den Glauben und die Sakramente. Christ wird man auch heute nicht durch einen bloßen Ritus oder durch Eintragung in eine Liste, sondern durch Annahme des richtigen Glaubens. Wir empfangen den richtigen Glauben von der Kirche. Sie verbürgt sich dafür. Weil der Glaube der Kirche in der Liturgie zum Ausdruck kommt, darf kein sakramentaler Ritus nach Gutdünken eines einzelnen Amtsträgers oder einer Gemeinde abgeändert oder manipuliert werden.


* YOUCAT deutsch. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München, 2011.

Der Jugendkatechismus behandelt in jugendgemäßer Sprache das Ganze des katholischen Glaubens, wie er im „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK von 1997) vorgelegt wurde, ohne die dort gegebene Vollständigkeit anzustreben. Das Werk ist in Frage-und-Antwort-Form aufgebaut und verweist in den Zahlen im Anschluss an die jeweilige Antwort auf die weiterführenden und vertiefenden Darlegungen im KKK. Ein sich daran anschließender Kommentar soll eine zusätzliche Hilfe zum Verständnis und zur existenziellen Bedeutung der behandelten Fragen geben.


 
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