Eucharistie – Kommunion*

3. Sakrament der Initiation

208 Was ist die Heilige Eucharistie?

Die Heilige Eucharistie ist das Sakrament, in dem Jesus Christus seinen Leib und sein Blut – sich selbst – für uns hingibt, damit auch wir uns in Liebe ihm hingeben und uns in der Heiligen Kommunion mit ihm vereinigen. So werden wir zu dem einen Leib Christi, der Kirche, verbunden. [1322, 1324, 1409]

Die Eucharistie ist nach der Taufe und der Firmung das dritte Initiationssakrament der Katholischen Kirche. Die Eucharistie ist die geheimnisvolle Mitte all dieser Sakramente, denn das historische Opfer Jesu am Kreuz wird während der Wandlung auf verborgene, unblutige Weise Gegenwart. So ist die Eucharistiefeier „die Quelle und der Höhepunkt des gesamten christlichen Lebens“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen Gentium [LG] 11). Darauf zielt alles; darüber hinaus gibt es nichts Größeres, was noch zu erreichen wäre. Wenn wir das gebrochene Brot essen, vereinigen wir uns mit der Liebe Jesu, der seinen Leib am Holz des Kreuzes für uns hingab; wenn wir aus dem Kelch trinken, vereinigen wir uns mit dem, der in der Hingabe für uns sogar sein Blut vergoss. Wir haben diesen Ritus nicht erfunden. Jesus selbst feierte mit seinen Jüngern das Letzte Abendmahl und nahm darin seinen Tod voraus; er schenkte sich seinen Jüngern unter den Zeichen von Brot und Wein und forderte sie auf, von nun an und über seinen Tod hinaus Eucharistie zu feiern. „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (1 Kor 11,24)

209 Wann hat Christus die Eucharistie eingesetzt?

Jesus hat die heilige Eucharistie am Vorabend seines Todes eingesetzt, „in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde“ (1 Kor 11,23-25), als er die Apostel im Abendmahlssaal in Jerusalem um sich versammelte und mit ihnen das Letzte Abendmahl feierte. [1323, 1337-1340]

210 Wie hat Christus die Eucharistie eingesetzt?

„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“ (1 Kor 11,23b-25)

Dieser älteste Bericht über die Geschehnisse im Abendmahlssaal stammt vom Apostel Paulus, der selbst kein Augenzeuge war, sondern aufschrieb, was als heiliges Geheimnis der jungen Christengemeinde bewahrt und im Gottesdienst begangen wurde.

211 Wie wichtig ist die Eucharistie für die Kirche?

Die Feier der Eucharistie ist der Kern der christlichen Gemeinschaft. In ihr wird die Kirche zur Kirche. [1325]

Nicht weil wir Kirchensteuer zahlen, weil wir uns gut verstehen oder weil wir zufällig zu einer Gemeinde zusammengewürfelt wurden, sind wir Kirche, sondern weil wir in der Eucharistie den Leib Christi empfangen und immer neu in den Leib Christi verwandelt werden.

215 Wer leitet die Eucharistiefeier?

Eigentlich handelt in jeder Eucharistiefeier Christus selbst. Der Bischof oder Priester repräsentiert ihn. [1348]

Es ist der Glaube der Kirche, dass der Zelebrant in persona Christi capitis (lat. = in der Person Christi, des Hauptes) am Altar steht. Das bedeutet, dass Priester nicht nur an Stelle oder im Auftrag Christi tätig sind, sondern dass auf Grund ihrer Weihe es Christus ist, der als Haupt der Kirche durch sie handelt.

216 Auf welche Weise ist Christus da, wenn Eucharistie gefeiert wird?

Sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1 Kor 11,26)

Christus ist im Sakrament der Eucharistie geheimnisvoll, aber wirklich gegenwärtig. Sooft die Kirche den Auftrag Jesu „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (1 Kor 11,25) vollzieht, das Brot bricht und den Kelch darreicht, ereignet sich heute dasselbe, was sich damals ereignet hat: Christus gibt sich wahrhaft hin für uns, und wir gewinnen wahrhaft Teil an ihm. Das einmalige und unwiederholbare Kreuzesopfer Christi wird auf dem Altar gegenwärtig; es vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. [1362-1367]

217 Was geschieht mit der Kirche, wenn sie Eucharistie feiert?

Jedes Mal wenn die Kirche Eucharistie feiert, steht sie vor der Quelle, aus der sie selbst ständig neu entspringt: Indem die Kirche den Leib Christi „isst“, wird sie Leib Christi, was nur ein anderer Name für Kirche ist. Im Opfer Christi, der sich uns mit Leib und Seele schenkt, ist Platz für unser ganzes Leben. Unsere Arbeit und unsere Leiden, unsere Freuden, alles können wir mit dem Opfer Christi vereinigen. Wenn wir uns auf diese Weise darbringen, werden wir verwandelt: Wir gefallen Gott und sind für unsere Mitmenschen wie gutes, nahrhaftes Brot. [1368-1372, 1414]

Immer wieder schimpfen wir über die Kirche, als sei sie nur eine Vereinigung von mehr oder weniger guten Menschen. In Wahrheit ist die Kirche das, was täglich in geheimnisvoller Weise am Altar entsteht. Gott gibt sich für jeden Einzelnen von uns hin, und er will uns verwandeln durch die Kommunion mit ihm. Als Verwandelte sollen wir die Welt verwandeln. Alles andere, was die Kirche sonst noch ist, ist zweitrangig.

218 Wie sollen wir den in Brot und Wein gegenwärtigen Herrn richtig verehren?

Weil Gott in den konsekrierten Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist, müssen wir die heiligen Gaben mit größter Ehrfurcht aufbewahren und unseren im Allerheiligsten gegenwärtigen Herrn und Erlöser anbeten. [1378-1381, 1418]

Bleiben nach der Feier der Heiligen Eucharistie noch konsekrierte Hostien übrig, so verwahrt man sie in heiligen Gefäßen im Tabernakel. Da in ihm das „Allerheiligste“ gegenwärtig ist, ist der Tabernakel einer der ehrwürdigsten Orte in jeder Kirche. Vor jedem Tabernakel machen wir eine Kniebeuge. Gewiss wird, wer Christus wirklich nachfolgt, ihn in den Ärmsten erkennen und ihm in ihnen dienen. Er wird aber auch Zeit finden, in der Stille der Anbetung vor dem Tabernakel zu verweilen und dem eucharistischen Herrn seine Liebe zu schenken.

219 Wie häufig muss ein katholischer Christ an der Eucharistiefeier teilnehmen?

An allen Sonntagen und gebotenen Feiertagen ist ein katholischer Christ zum Besuch der Heiligen Messe verpflichtet. Wer wirklich die Freundschaft Jesu sucht, folgt, sooft er kann, Jesu persönlicher Einladung zum Mahl. [1389, 1417]

Eigentlich ist „Sonntagspflicht“ für einen echten Christen ein ebenso unpassendes Wort wie „Kusspflicht“ für einen richtig Verliebten. Niemand kann eine lebendige Beziehung zu Christus haben, wenn er nicht dorthin geht, wo er auf uns wartet. Daher ist von alters her die Messfeier für Christen das „Herz des Sonntags“ und der wichtigste Termin der Woche.

220 Wie muss ich vorbereitet sein, um die heilige Eucharistie empfangen zu können?

Wer die Heilige Eucharistie empfangen möchte, muss katholisch sein. Sollte er sich einer schweren Sünde bewusst sein, muss er vorher gebeichtet haben. Bevor man zum Altar tritt, soll man sich mit dem Nächsten versöhnen. [1389, 1417]

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, vor einer Eucharistiefeier mindestens drei Stunden nichts zu essen; so wollte man sich auf die Begegnung mit Christus in der Kommunion vorbereiten. Heute empfiehlt die Kirche wenigstens eine Stunde der Nüchternheit. Ein anderes Zeichen der Ehrfurcht ist ausgewählte, schöne Kleidung – wir haben schließlich ein Rendezvous mit dem Herrn der Welt.

221 Wie verändert mich die Heilige Kommunion?

Jede heilige Kommunion verbindet mich tiefer mit Christus, macht mich zu einem lebendigen Glied am Leib Christi, erneuert die Gnaden, die ich in Taufe und Firmung erhalten habe, und macht mich stark im Kampf gegen die Sünde. [1391-1397, 1416]


* YOUCAT deutsch. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München, 2011.

Der Jugendkatechismus behandelt in jugendgemäßer Sprache das Ganze des katholischen Glaubens, wie er im „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK von 1997) vorgelegt wurde, ohne die dort gegebene Vollständigkeit anzustreben. Das Werk ist in Frage-und-Antwort-Form aufgebaut und verweist in den Zahlen im Anschluss an die jeweilige Antwort auf die weiterführenden und vertiefenden Darlegungen im KKK. Ein sich daran anschließender Kommentar soll eine zusätzliche Hilfe zum Verständnis und zur existenziellen Bedeutung der behandelten Fragen geben.


 
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