Firmung*

2. Sakrament der Initiation

Firmung (von lat. firmatio = Bestärkung, Befestigung): Die Firmung gehört mit der Taufe und der Eucharistie zu den drei Initiationssakramenten. Wie an Pfingsten der Heilige Geist auf die versammelte Jüngergemeinde herabkam, so kommt der Heilige Geist auf jeden Getauften, der die Kirche um die Gabe des Heiligen Geistes bittet. Sie festigt und stärkt ihn zum Lebenszeugnis für Christus.

203 Was ist die Firmung?

Die Firmung ist das Sakrament, das die Taufe vollendet und in dem wir mit der Gabe des Heiligen Geistes beschenkt werden. Wer sich in Freiheit für ein Leben als Kind Gottes entscheidet und unter den Zeichen der Handauflegung und Salbung mit Chrisam um Gottes Geist bittet, erhält die Kraft, Gottes Liebe und Macht in Wort und Tat zu bezeugen. Er ist nun ein vollgültiges, verantwortliches Mitglied der Katholischen Kirche. [1285-1314]

Chrisam (von griech. chrisma = Salböl und christos = der Gesalbte): Chrisam ist ein Öl aus einer Mischung von Olivenöl und Balsamharz. Am Morgen des Gründonnerstags weiht es der Bischof, damit es Verwendung findet bei der Taufe, der Firmung, der Priester- und Bischofsweihe sowie bei der Weihe von Altären und Glocken. Öl ist ein Sinnbild für Freude, Kraft und Gesundheit. Mit Chrisam gesalbte Menschen sollen den „Wohlgeruch Christi“ (2 Kor 2,15) verbreiten.

Wenn ein Trainer einen Fußballspieler auf das Spielfeld schickt, legt er ihm die Hand auf die Schulter und gibt ihm letzte Anweisungen. So kann man auch die Firmung verstehen. Uns wird die Hand aufgelegt. Wir betreten das Feld des Lebens. Durch den Heiligen Geist wissen wir, was wir zu tun haben. Er hat uns motiviert bis in die Fingerspitzen. Seine Sendung klingt uns im Ohr. Wir spüren seine Hilfe. Wir werden sein Vertrauen nicht enttäuschen und das Spiel für ihn entscheiden. Wir müssen nur wollen und auf ihn hören.

204 Was sagt die Heilige Schrift über das Sakrament der Firmung?

Schon im Alten Testament wartete das Volk Gottes auf die Ausgießung des Heiligen Geistes über den Messias. Jesus lebte ein Leben in einem besonderen Geist der Liebe und der vollkommenen Einheit mit seinem Vater im Himmel. Dieser Geist Jesu war der „Heilige Geist“, den das Volk Israel ersehnte; und es war derselbe Geist, den Jesus seinen Jüngern versprach, derselbe Geist, der 50 Tage nach Ostern, am Pfingstfest, auf die Jünger herabkam. Und es ist wieder dieser Heilige Geist Jesu, der auf jeden herabkommt, der das Sakrament der Firmung empfängt. [1285-1288, 1315]

Bereits in der Apostelgeschichte, die wenige Jahrzehnte nach Jesu Tod entstand, sehen wir Petrus und Johannes auf „Firmreise“; die beiden legen neuen Christen, die vorher „nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft waren, die Hände auf, damit ihr Herz erfüllt wurde mit Heiligem Geist.

205 Was geschieht in der Firmung?

In der Firmung wird der Seele eines getauften Christen ein unverlierbares Siegel aufgeprägt, das man nur einmal empfangen kann und das diesen Menschen für immer als Christen prägt. Die Gabe des Heiligen Geistes ist die Kraft von oben, in der dieser Mensch die Gnade seiner Taufe durch sein Leben wahr macht und „Zeuge“ für Christus ist. [1302-1305, 1317]

Sich firmen lassen heißt mit Gott einen „Vertrag“ machen. Der Firmling sagt: Ja, ich glaube an dich, mein Gott, gib mir deinen Heiligen Geist, dass ich dir ganz gehöre, niemals von dir getrennt werde und dich mein ganzes Leben hindurch mit Leib und Seele, in Taten und Worten, in guten und bösen Tagen bezeuge. Und Gott sagt: Ja, ich glaube auch an dich, mein Kind – und ich werde dir meinen Geist, ja mich selber schenken. Ich werde ganz dir gehören. Ich werde mich in diesem und im ewigen Leben niemals von dir trennen. Ich werde in deinem Leib und deiner Seele, in deinen Taten und Worten sein. Selbst wenn du mich vergisst, werde ich doch da sein – in guten wie in schlechten Tagen.

206 Wer kann gefirmt werden, und was wird von einem Firmbewerber verlangt?

Jeder katholische Christ, der das Sakrament der Taufe empfangen hat und der im „Stand der Gnade“ ist, kann zur Firmung zugelassen werden. [1306-1311, 1319]

Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. (Apg 8,14-16)

„Im Stand der Gnade“ sein heißt: keine schwere Sünde (Todsünde) begangen haben. Durch eine schwere Sünde trennt man sich von Gott und kann nur durch die Beichte wieder mit Gott versöhnt werden. Ein (junger) Christ, der sich auf die Firmung vorbereitet, befindet sich in einer der wichtigsten Phasen seines Lebens. Er wird alles tun, um den Glauben mit seinem Herzen und seinem Verstand zu erfassen; er wird allein und mit anderen um den Heiligen Geist beten; er wird sich auf jede Weise mit sich, den Menschen seiner Umgebung und mit Gott versöhnen, wozu die Beichte gehört, die auch dann näher zu Gott führt, wenn man keine schwere Sünde begangen hat.

207 Wer darf firmen?

Das Sakrament der Firmung wird normalerweise durch den Bischof gespendet. Wenn es notwendig ist, kann der Bischof einen Priester damit beauftragen. In Todesgefahr kann jeder Priester die Firmung spenden. [1312-1314]


* YOUCAT deutsch. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München, 2011.

Der Jugendkatechismus behandelt in jugendgemäßer Sprache das Ganze des katholischen Glaubens, wie er im „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK von 1997) vorgelegt wurde, ohne die dort gegebene Vollständigkeit anzustreben. Das Werk ist in Frage-und-Antwort-Form aufgebaut und verweist in den Zahlen im Anschluss an die jeweilige Antwort auf die weiterführenden und vertiefenden Darlegungen im KKK. Ein sich daran anschließender Kommentar soll eine zusätzliche Hilfe zum Verständnis und zur existenziellen Bedeutung der behandelten Fragen geben.


 
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