Taufe*

1. Sakrament der Initiation

194 Was ist die Taufe?

Die Taufe ist der Weg aus dem Reich des Todes in das Leben; das Tor in die Kirche und der Beginn einer bleibenden Gemeinschaft mit Gott. [1213-1216, 1276-1278]

Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Mt 28,19)

Die Taufe ist das grundlegende Sakrament und die Voraussetzung für alle anderen Sakramente. Sie vereinigt uns mit Jesus Christus, nimmt uns hinein in sein erlösendes Sterben am Kreuz, befreit uns dadurch von der Macht der Erbsünde und allen persönlichen Sünden und lässt uns mit ihm auferstehen zu einem Leben ohne Ende. Da die Taufe ein Bund mit Gott ist, muss der Mensch „Ja“ dazu sagen. Bei der Kindertaufe bekennen die Eltern stellvertretend den Glauben.

195 Wie wird die Taufe gespendet?

Die klassische Form der Taufspendung ist das dreimalige Untertauchen des Täuflings im Wasser. Meist wird dem Täufling jedoch dreimal Wasser über den Kopf gegossen, wobei der Taufspender die Worte spricht: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ [1229-1245, 1278]

Wasser symbolisiert Reinigung und neues Leben, was schon in der Bußtaufe bei Johannes dem Täufer zum Ausdruck kam. Die Taufe, die im „Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ mit Wasser gespendet wird, ist mehr als ein Zeichen der Umkehr und Buße, sie ist neues Leben in Christus. Deshalb kommen noch die Zeichen der Salbung, des weißen Kleides und der Taufkerze hinzu.

196 Wer kann getauft werden, und was wird von einem Taufanwärter verlangt?

Jeder Mensch, der noch nicht getauft ist, kann getauft werden. Die einzige Voraussetzung zur Taufe ist der Glaube, der bei der Taufe öffentlich bekannt werden muss. [1246-1254]

Ein Mensch, der sich zum Christentum hinwendet, wechselt nicht nur die Weltanschauung. Er geht einen Weg des Lernens (Katechumenat), in dem er durch persönliche Umkehr, vor allem aber durch das Geschenk der Taufe zu einem neuen Menschen wird. Er ist nun ein lebendiges Glied am Leib Christi.

197 Warum hält die Kirche an der Praxis der Kindertaufe fest?

Die Kirche hält seit alter Zeit an der Kindertaufe fest. Dafür gibt es einen Grund: Bevor wir uns für Gott entscheiden, hat sich Gott für uns entschieden. Die Taufe ist also eine Gnade, ein unverdientes Geschenk Gottes, der uns voraussetzungslos annimmt. Gläubige Eltern, die das Beste wollen für ihr Kind, wollen auch die Taufe, in der das Kind dem Einfluss der Erbsünde und der Macht des Todes entzogen wird. [1250, 1282]

Er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. (1 Tim 2,4)

Die Kindertaufe setzt voraus, dass christliche Eltern den Täufling in den Glauben einführen. Es ist ein Unrecht, dem Kind die Taufe aus falsch verstandener Liberalität vorzuenthalten. Wie man einem Kind nicht die Liebe vorenthalten kann, damit es sich später selber für die Liebe entscheidet, so wäre es ein Unrecht, wenn gläubige Eltern ihrem Kind die Gnade Gottes in der Taufe vorenthalten würden. Wie jeder Mensch geboren wird mit der Fähigkeit zu sprechen, er die Sprache aber lernen muss, so wird auch jeder Mensch geboren mit der Fähigkeit zu glauben, muss aber den Glauben kennenlernen. Allerdings kann man die Taufe niemandem überstülpen. Wenn man als kleines Kind die Taufe empfangen hat, muss man sie später in seinem Leben „ratifizieren“ – das heißt: Man muss Ja zu ihr sagen, damit sie Frucht bringt.

198 Wer kann die Taufe spenden?

Normalerweise spendet der Bischof, ein Priester oder ein Diakon das Sakrament der Taufe. Im Notfall kann jeder Christ, ja jeder Mensch taufen, indem er Wasser über den Kopf des Täuflings gießt und die Taufformel spricht: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ [1256, 1284]

Die Taufe ist so wichtig, dass sogar ein Nichtchrist sie spenden kann. Er muss dabei nur die Absicht haben zu tun, was die Kirche tut, wenn sie tauft.

199 Ist die Taufe tatsächlich der einzige Weg zum Heil?

Für alle, die das Evangelium empfangen und davon gehört haben, dass Christus „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) ist, ist die Taufe der einzige Weg zu Gott und zum Heil. Gleichzeitig ist jedoch wahr, dass Christus für alle Menschen gestorben ist. Daher finden auch all die Menschen zum Heil, die keine Gelegenheit hatten, Christus und den Glauben wirklich kennenzulernen, die aber ehrlichen Herzens nach Gott suchen und ein Leben nach ihrem Gewissen führen (sogenannte Begierdetaufe). [1257-1261, 1281, 1283]

 Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi. (Röm 8,17)

Gott hat das Heil an die Sakramente gebunden. Darum muss die Kirche sie unermüdlich den Menschen anbieten. Diese Mission aufzugeben wäre Verrat an Gottes Auftrag. Gott selbst aber ist nicht an seine Sakramente gebunden. Wo die Kirche – sei es aus Schuld, sei es aus anderen Gründen – nicht hinkommt oder erfolglos bleibt, da bahnt Gott selbst den Menschen einen anderen Weg zum Heil.

200 Was geschieht in der Taufe?

In der Taufe werden wir Glieder des Leibes Christi, Schwestern und Brüder unseres Erlösers und Kinder Gottes. Wir werden von der Sünde befreit, dem Tod entrissen und sind von da an für ein Leben in der Freude der Erlösten bestimmt. [1262-1274, 1279-1280]

Getauft sein heißt: Meine persönliche Lebensgeschichte taucht in den Strom der Liebe Gottes ein. „Unser Leben“, sagt Papst Benedikt XVI., „gehört Christus und nicht mehr uns selber… Von ihm begleitet, ja, von ihm in seiner Liebe aufgenommen, sind wir frei von Furcht. Er umfängt uns und trägt uns, wohin wir auch gehen – er, der das Leben selber ist.“ (07.04.2007)

201 Was bedeutet es, in der Taufe einen Namen zu erhalten?

Durch den Namen, den wir in der Taufe erhalten, sagt uns Gott: „Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir“ (Jes 43,1). [2156-2159, 2165-2167]

In der Taufe löst sich der Mensch nicht in einer anonymen Göttlichkeit auf, sondern er wird gerade in seiner Individualität bestätigt. Auf einen Namen getauft zu sein bedeutet: Gott kennt mich; er sagt ja zu mir und nimmt mich für immer an in meiner unverwechselbaren Einzigartigkeit.

202 Warum sollten Christen bei der Taufe die Namen großer Heiliger wählen?

Bessere Vorbilder als Heilige gibt es nicht, und bessere Helfer auch nicht. Wenn mein Namenspatron ein Heiliger ist, habe ich einen Freund bei Gott. [2156-2159, 2165]


* YOUCAT deutsch. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München, 2011.

Der Jugendkatechismus behandelt in jugendgemäßer Sprache das Ganze des katholischen Glaubens, wie er im „Katechismus der Katholischen Kirche“ (KKK von 1997) vorgelegt wurde, ohne die dort gegebene Vollständigkeit anzustreben. Das Werk ist in Frage-und-Antwort-Form aufgebaut und verweist in den Zahlen im Anschluss an die jeweilige Antwort auf die weiterführenden und vertiefenden Darlegungen im KKK. Ein sich daran anschließender Kommentar soll eine zusätzliche Hilfe zum Verständnis und zur existenziellen Bedeutung der behandelten Fragen geben.


 
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