Heiliger Sebastian

Bis heute gehört der hl. Sebastian zu den bekanntesten Heiligen, das Bild des mit Pfeilen durchbohrten Märtyrers findet sich in vielen katholischen Kirchen auf der ganzen Welt.

Er stammte aus Mailand (Italien), der Geburtsstadt seiner Mutter und war Soldat in der Leibgarde von Kaiser Diokletian, der ihn sehr schätzte. Als der Christenverfolger Diokletian eines Tages erfuhr, dass Sebastian überzeugter Christ war, ließ er ihn trotz der vorherigen Wertschätzung sofort gefangennehmen und ordnete seine Tötung an. Man band Sebastian an einen Baum und schoss mit Pfeilen auf ihn, bis man ihn tot glaubte und am Boden liegen ließ. Die Witwe und Christin Irene aber sah, dass Sebastian noch lebte, nahm ihn bei sich auf und pflegte ihn gesund. Mutig ging Sebastian erneut zu Diokletian und prangerte ihn der Christenverfolgung an, worauf ihn der Kaiser im Circus von Rom mit Keulen erschlagen ließ; der Todestag soll der 20. Januar 288 gewesen sein. Eine Christin namens Lucia fand die Gebeine von Sebastian und bestattete sie an der Via Appia; Papst Damasus errichtete 367 über der Grabstätte eine Basilika, die heute zu den sieben Pilgerkirchen Roms gehört. Das Haupt Sebastians gelangte 826 in die Kirche SS. Quattro Coronati in Rom. St. Willibrord bekam einen Teil der Hirnschale, diese vermachte er der Abtei Echternach. Ein anderer Teil kam im 10. Jahrhundert ins bayerische Ebersberg. Der Hauptteil der Gebeine befindet sich bis heute in einem Steinsarkophag mit einer Liegefigur des Sebastian in S. Sebastiano in Rom.

Abt Fisch liess 1635 neben der choranlage der Basilika eine Sebastianskapelle bauen die 1638 vollendet wurde. Die Echternacher Sebastiansverehrung war seit dem Mittelalter bekannt. 1512 verehrte Kaiser Maximilian den hl Sebastian mit einer Kerze von circa 168 kg und liess eine Sebastiansglocke herstellen die 1944 bei der Sprengung der Basilikatürme zerstört wurde. Sie wurde von der Schweizer Firma Ruetschi neu hergestellt.

Um die Person des Sebastian hat sich ein reiches Brauchtum entwickelt; Sebastiansbrot wurde früher am 20. Januar verteilt, Pilger erhielten Sebastianspfeile, Brunnen (Zisternen) wurden ihm geweiht und seinem Schutz unterstellt, Schützenbruderschaften erwählten ihn zum Schutzpatron. Über Jahrhunderte war Sebastian der meistverehrte Pestpatron, weil in Rom 680 eine Pestepidemie zum Erlöschen gekommen war, nachdem man Sebastians-Reliquien durch die Stadt getragen hatte. Seit Jahrhunderten erzählen Schauspiele und Volkslieder vom Leben und Sterben des Märtyrers.

Darstellung: als junger, meist sehr schöner Mann, manchmal als Soldat, an einen Baum oder einen Pfahl gebunden, mit Palmen, Pfeilen, Keulen, Handkreuz, Krone, Schwert, Lanze.

Patronat: der Sterbenden, der Soldaten, der Brunnen, bei Verwundungen, der Zinngießer, Eisenhändler, Gerber, Gärtner, Steinmetzen, Büchsenmacher, Bürstenbinder, gegen Viehkrankheiten.

 
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