Oeuvre Saint Willibrord
 
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Kulturweg: Auf den Spuren des heiligen Willibrord

Andenken an St. Willibrord, den Gründer Echternachs

Echternach, mittelalterliche Abteistadt am Eingang zur Kleinen Luxemburger Schweiz, ist reich an Tradition. Besonders die Springprozession, als weltweit einmaliges Ereignis, erfreut sich jedes Jahr aufs Neue großer Popularität. Sie wird zu Ehren des Heiligen Willibrord abgehalten, zweiter Patron der Erzdiözese Luxemburg und bedeutende Figur im religiösen und kulturellen Leben der ganzen Region. Der Gründer des Benediktinerklosters in Echternach machte sich Zeit seines Lebens einen Namen als Missionar, und schon bald nach seinem Tod im Jahre 739 begannen wahre Pilgerströme zu seinem Grab zu ziehen. Bis heute währt die Verehrung dieses Schutzpatrons, der auch als Apostel der BENELUX bezeichnet wird.

„Auf den Spuren des Heiligen Willibrord“

Dieser Kulturweg ist eine ideale Route, um sich auf die Spuren des Heiligen zu begeben. Gleichzeitig bietet er Gelegenheit, Luxemburg mitsamt seinen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten näher kennen zu lernen. Vier Etappen auf einer Strecke von weniger als 200 km laden den Besucher zu einer abwechslungsreichen Entdeckungsreise ein.

Echternach - Abteistadt mit Charakter

Erste Etappe der Route ist Echternach, älteste Stadt des Landes sowie historisches und kulturelles Zentrum der Region Müllerthal, der Kleinen Luxemburger Schweiz. Die malerische Abteistadt hat ihr mittelalterliches Ambiente bewahrt: verwinkelte Gassen, Überreste und Türme der alten Stadtmauer sowie ein Marktplatz mit gotischem Stadthaus versetzen den Besucher zurück in vergangene Zeiten.

Im Zentrum gibt es ein Museum für Vorgeschichte und am Seeufer der Stadt befinden sich Überreste der größten römischen Villa diesseits der Alpen, mitsamt einem Besucherzentrum und einer Dauerausstellung.

Die Echternacher Abtei

Im Jahre 698 gründete Willibrord das Benediktinerkloster Echternach, bekannt durch sein Skriptorium und seine wertvollen Buchmalereien in Gold aus dem 11. Jahrhundert. Das Abteimuseum, welches die Geschichte des Klosters anschaulich darstellt, enthält einige Faksimiles dieser Kunstwerke.

Im Jahre 1727 begann der Bau einer neuen Abtei, des heutigen Gymnasiums. Sie ist wunderschön gelegen neben einem Park mit Orangerie, Springbrunnen und Rokoko-Pavillon.

Päpstliche Basilika und Pfarrkirche: Wertvolles religiöses Erbe

Die eindrucksvolle Willibrordusbasilika gilt als das bedeutendste religiöse Denkmal des Landes. Im 11. Jahrhundert errichtet, wurde sie nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg im neuromanischen Stil wiederaufgebaut. Die Krypta enthält Freskomalereien aus der Zeit der Karolinger und beherbergt das Grabmonument des Heiligen.

Inmitten der Stadt liegt die alte Pfarrkirche St. Peter- und-Paul. Ebenso wie die Basilika dient sie heute als Rahmen für die Veranstaltung von Konzerten, insbesondere des internationalen Musikfestivals.

Die Springprozession: Verehrung des Heiligen Willibrord

Weltberühmt ist Echternach für seine Springprozession: Jedes Jahr am Pfingstdienstag versammeln sich Pilger und Zuschauer aus dem In- und Ausland, um an diesem einzigartigen Kultphänomen zu Ehren des Heiligen Willibrord teilzunehmen. Das Besondere an der Prozession ist, dass sie erlaubt, den ganzen Körper in das Gebet mit einzubeziehen: das Springen, begleitet von einer unaufhörlich wiederholten Polkamelodie, ist einmaliger Ausdruck der christlichen Freude. Etwa 12-14.000 Pilger sind es heute, die an dem Zug durch die Stadt bis zum Grabe des Heiligen teilnehmen, darunter etwa 8-9.000 Springer.

Da die Springprozession in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen werden soll, wird im Bereich der Willibrordusbasilika eine Informations- und Dokumentationsstätte eingerichtet. Sie soll Besuchern und Pilgern die wichtigsten Angaben zur Basilika und zur Prozession vermitteln.

Ein ideales Urlaubsziel

Die 5.000-Einwohner-Stadt Echternach verfügt zudem über ein breites kulturelles Angebot mit einem großem Veranstaltungskalender in den Sommermonaten: Konzerte wie das internationale Musikfestival im Mai/Juni, folkloristische Feste und Trödelmärkte sorgen für eine lebhafte Atmosphäre. Im Jahr 2008 wird ein großzügig gestaltetes Kultur- und Kongresszentrum eröffnet. Ein großes Erholungsgebiet am See, Bademöglichkeiten sowie Rad- und Wanderwege machen einen Urlaub hier unbedingt lohnenswert. Neben Hotels und Restaurants gibt es drei Campingplätze und eine direkt am See gelegene, neu errichtete Jugendherberge.


http://www.echternach.lu

Wilwerwiltz, Tradition im Namen Willibrords

Im Norden der Luxemburger Ardennen stößt man auf Wilwerwiltz, nächste Etappe des Kulturweges. Auch hier hat der Heilige seine Spuren hinterlassen: Willibrordusbrunnen und –kapelle deuten auf eine noch heute währende Verehrung hin, und selbst der Name der Ortschaft wird von Willibrord her gedeutet. Die hellen und farbenfrohen Fenster des Luxemburger Glasers Franz Kinnen zieren den Innenraum der Kapelle. Außerdem verfügt die Kirche im Nachbarort Pintsch über ein bedeutendes Barockmobiliar, welches auf der Liste des nationalen Kulturerbes aufgeführt ist.

Wilwerwiltz liegt im Tal der Clerve und im herrlichen Naturpark Our, einem idealen Urlaubsziel für Natur- und Wanderfreunde. Wassersportmöglichkeiten und Radwanderwege sorgen für ein ausgewogenes Freizeitangebot. Insbesondere die Stadt Wiltz mit ihrem Europäischen Freilichttheater- und Musikfestival im Garten des Schlosses ist einen Abstecher wert. Das mittelalterliche Schloss von Clervaux beherbergt eine der bedeutendsten Fotoausstellungen der Welt: „The Family of Man“ wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

http://www.naturpark-our.lu

Rindschleiden und die Willibrorduskirche

Ein weiteres Ausflugsziel auf der Route ist Rindschleiden. Diese kleine Ortschaft besitzt eine der schönsten und ältesten Kirchen des Landes: die Willibrorduskirche. Bekannt ist sie für ihre polychromen Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die an Szenen aus dem Alten und Neuen Testament erinnern und eine sagenhafte Fläche von 170m² einnehmen.
Außerdem bemerkenswert ist der Hauptaltar mit seinem interessanten Schnitzwerk und bedeutenden religiösen Figuren: der Heilige Willibrord befindet sich in der bekrönenden Altarnische.
Die als nationales Monument eingestufte Kirche steht Besuchern täglich zur Besichtigung offen.

Rindschleiden liegt in einem ruhigen Tal der Luxemburger Ardennen, Region der Naturparks sowie einiger prächtiger Burgen und Schlösser. Nur wenige Kilometer entfernt bietet der Obersauer-Stausee ein abwechslungsreiches Freizeitangebot und Gelegenheit zur Erholung.
http://www.ardennes-lux.lu

Helperknapp, ein sagenumwobener Hügel

Noch heute sind die Spuren der römischen Siedlung um den Helperknapp sichtbar: so wurde in Bill ein römischer Grabhügel aus dem 3. Jahrhundert freigelegt, des Weiteren wurden antike Münzen und Urnen in der Nähe von Buschdorf gefunden.
Besonders interessant ist die Willibrordusquelle auf der Anhöhe Helpert. Der Sage nach soll Willibrord diese gesegnet und hier die ersten Christen der Umgebung getauft haben. Es heißt, sogar Kaiser Karl der Große habe durch dreimaliges Trinken von diesem Wasser eine plötzliche Heilung von Fieber erfahren.


Brauch und Tradition werden in dieser Gegend groß geschrieben: Noch heute wird dem Heiligen mit einer Prozession am Pfingstmontag gedacht, und auch der mittelalterliche „Helpermaart“ in Buschdorf ist seit Jahrzehnten lebhafter Versammlungsort.
Angenehme Spaziergänge in einer ausgedehnten Waldlandschaft am Ufer der Attert verbinden den „Helperknapp“ mit den umliegenden Dörfern. Außerdem führen Radwanderwege in einige der schönsten Teile des Landes, so auch in die Hauptstadt Luxemburg, die zugleich eine der EU-Hauptstädte ist.

Abseits der Route: die Europahauptstadt und das Müllerthal

Begibt man sich in die Landeshauptstadt Luxemburg mit ihrer von der UNESCO geschützten Festung und ausdrucksstarken Altstadt, sollte man sich den Besuch der eindrucksvollen Kathedrale nicht entgehen lassen. Die Liebfrauenkirche, zwischen 1613 und 1621 von den Jesuiten errichtet, beherbergt die Statue Mariens: Die „Trösterin der Betrübten“ wird, zusammen mit dem Heiligen Willibrord, von den Luxemburgern als Schutzpatronin des Landes verehrt.

Die Stadt Luxemburg ist zudem idealer Ausgangspunkt für weitere bemerkenswerte Abstecher: Das Müllerthal, auch Kleine Luxemburger Schweiz genannt, ist eines der beliebtesten Ausflugsziele des Landes und bietet ein einmaliges Naturerlebnis. Malerische Flussläufe und imposante Sandsteinfelsen, umgeben von herrlichen Waldlandschaften, laden zu ausgiebigen Wanderungen und Spaziergängen ein. Klettertouren und Radwege lassen auch den Abenteuerlustigen nicht zu kurz kommen.

http://www.mullerthal.lu, http://www.visitluxembourg.lu

 
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