50 Jahre Justitia et Pax Deutschland, mit Luxemburger Beteiligung

Sonderbriefmarke zum Fest

Vertreter aus Kirche und Politik haben zum 50-jährigen Bestehen den weltweiten Einsatz der Deutschen Kommission Justitia et Pax gewürdigt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, bekräftigte, dass Religionen Brücken zum Frieden sein müssten, und Justitia et Pax spiele hierbei eine entscheidende Rolle. Er wünscht sich, dass der Beitrag der Kommission auch angesichts einer wachsenden Verunsicherung der Bevölkerung in einer globalisierten Welt stärker wahrgenommen wird. In Fragen der Entwicklungshilfe und der Ökonomie muss aus seiner Sicht eine neue Fortschrittsidee für das „globale Dorf“ und die Weltgemeinschaft entstehen. „Wir müssen kreative Wege für mehr weltweite Solidarität finden“, sagte Marx. Dabeisei der Austausch angesichts sehr unterschiedlicher Kulturen und nationaler Denkweisen nicht immer einfach.

Der inzwischen zum Bundestagpräsidenten gewählte Wolfgang Schäuble (CDU) übergab auf dem Festakt die Sonderbriefmarke zum Jubiläum und unterstrich, Entwicklungszusammenarbeit sei ein Geben und Nehmen, wovon Deutschland langfristig sicherlich profitieren wird. Der Vorsitzende der Deutschen Kommission, Bischof Stephan Ackermann, betonte, dass das Anliegen von Justitia et Pax kein Selbstläufer sei, obwohl es eine stärkere Sensibilität für das globale Gemeinwohl gebe. Es brauche permanente Arbeit. Die Kommission als Schnittstelle zwischen Kirche und Politik suche stets den Austausch mit der Gegenseite. Die größte Schwäche liege vermutlich darin, dass der runde Tisch von Justitia et Pax selbst eigentlich unsichtbar sei, so Ackermann. Zugleich bekräftigte Ackermann,dass die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus und die UN Agenda 2030 für die nachhaltigen Entwicklungsziele sich gut miteinander verbinden ließen. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, würdigte Justitia et Pax als „unverzichtbares Instrument kirchlichen Handelns“ für Gerechtigkeit und Frieden. Mahnende Worte fand Sternberg für den langfristigen Umgang mit Flüchtlingen. „Wir müssen uns mit Hoffnungsflüchtlingen auseinandersetzen.“ Er halte den Ausspruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ für falsch. Christliches Leben bedeute, zu dienen und nicht, sich selbst zu optimieren, so Sternberg. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) wurde 1967 als Teil des weltweiten Netzwerkes des Päpstlichen Rats Justitia et Pax gegründet. Justitia et Pax versteht sich als runder Tisch der katholischen Einrichtungen in Deutschland, die weltweit Verantwortung übernehmen und als Schnittstelle zwischen Kirche und Politik. Mitglieder sind unter anderen Vertreter von Adveniat, Caritas, Misereor, Renovabis und missio. Getragen wird die Kommission von der Bischofskonferenz und dem ZdK.

Fest mit Luxemburger Teilnahme

Die Konferenz der europäischen Justitia et Pax-Kommissionen (Justitia et Pax Europa) ist der Zusammenschluss von 31 nationalen Justitia et Pax-Kommissionen in Europa, die sich für die Förderung von Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechten einsetzen. Erzbischof Jean-Claude Hollerich ist erst kürzlich als Vorsitzender von Justitia et Pax Europa für eine weitere Amtszeit von drei Jahren bestätigt worden. Der neue Generalsekretär der luxemburgischen Kommissionvon Justitia et Pax ist der bischöfliche Delegierte Jean-Louis Zeien,der an den Feierlichkeiten in Berlin teilnahm und erklärte: „Das 50-jährige Bestehen von Justita et Pax in Berlin war nicht nur Anlass für eine Festveranstaltung, sondern hat auch wichtige Impulse für die Verbindung von Gerechtigkeit, Frieden und nachhaltiger Entwicklung geliefert. Die Diskussionen von Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Kirche standen unter dem Motto Das Gemeinwohl weltweit denken–Neue Wege integraler Entwicklung gehen. Und Professor Thomas Sternberg wies ausdrücklichd arauf hin, dass ’Entwicklung die Voraussetzung für Frieden ist’. Oder, wie ich es ausdrücken würde: Ohne gerechte Entwicklungschancen für alle kann es keinen Frieden geben. Nur so können die viele Hindernisse, wie Materialismus, Nationalismus, Rassismus, religiöse Intoleranz, Dominanz des internationalen Finanzkapitals, Schuldenkrise, ungerechte Handelsbeziehungen, Ausgrenzung, Aufrüstung und Hunger überwunden werden.“

KNA/Anne Chevalier

 
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